Bolivien: 2. Rundbrief von Franziska Martin

26. Januar 2009 von franziska.martin

Also heute ist schon der 22. Januar und dieser Rundbrief ist schon längst überfällig, aber es ist schwer meine Eindrücke in Worte zu fassen…

Naja, Schluss mit den Rechtfertigungen und los mit dem Rundbrief:

Vorfreude…

Weil in Bolivien das Schuljahr Anfang Februar anfängt, werde ich wahrscheinlich nicht mit den gleichen Kindern arbeiten. Die Kleinen wechseln nämlich alle in die mittlere Gruppe, mit der ich nicht zusammenarbeite. Mit denen habe ich aber noch mehr zu tun, als mit den Pre-Kinder, die jetzt in die Kinder-Klasse gehen werden, die in einem anderem Gebäude ist.

Das ist einerseits richtig schade, weil es schon eine Zeit gedauert hatte bis die Kinder – besonders die Kleinen – zu mir Vertrauen gefasst hatten. Außerdem ist es schade, weil die Kleinen gerade vor den Ferien angefangen haben zu sprechen und ich die Entwicklung jetzt leider in den Ferien und jetzt auch nach den Ferien nicht mehr so intensiv verfolgen kann. Das löst unglaubliche Gefühle aus, wenn du die ersten Sprechversuche eines Kindes mitbekommst.

Aber andererseits wird es auch sicherlich interessant sein und in gewisser Hinsicht auch eine Herausforderung neue Kinder kennenzulernen und um deren Vertrauen zu „kämpfen“.

Seminar

Vor Weihnachten hatten wir ein Seminar mit den andern Freiwilligen und es war richtig schön die zu sehen , die man schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hatte. Aber es hat eine Person gefehlt, die denen, die richtige Probleme in ihren Projekten haben, helfen konnte und die, wenn man es noch nicht wusste warum es einem schlecht geht, die Lösung oder überhaupt das Problem erst aus einem raus kitzelte.

Allerdings kam ich darauf, warum ich mich in letzter Zeit etwas unzufrieden fühlte: Ich war zu viel mit Deutschen unterwegs!!! Deshalb ist mein Spanisch noch nicht auf dem Stand auf dem ich es mir wünschen würde und deshalb habe ich mich noch nicht darum gekümmert mich irgendwie in die Pastoral Juvenil zu integrieren, obwohl das eigentlich ein Teil meiner Arbeit sein sollte.

Aber eine positive Meldung: Jetzt am Freitag hab ich ein erstes Treffen mit der Pastoral!!!

Vor Weihnachten hatte ich ein bisschen Angst, weil Weihnachten ja schon das Fest der Familie ist und meine Familie ja aber nicht bei mir sein konnte…

Aber es war dann gar nicht so traurig wie ich dachte. Ich habe mit den andern Freiwilligen gefeiert. Wir haben lecker gekocht, schön mit Kerzen und Wein auf dem Tisch gegessen und haben auch eine schöne Bescherung mit unseren Schrottwichtelgeschenken gehabt.

Und es war ein richtig harmonisches Weihnachtsfest…

Noch etwas lustiges zum Schluss:

Hier fahren die Kinder nicht ihre Puppen im Kinderwagen sondern tragen sie im Aguayu, dem Tragetuch, wie auch die bolivianischen Mütter keine Kinderwagen benutzen, sondern halt ihre Babys im Tragetuch auf dem Rücken tragen.

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