1. Rundbrief aus Washington DC 09.11.2008 Jonathan Wooten
4. Juni 2009 von jonathan.wootenErster Rundbrief aus Washington DC/USA
Hallo an alle erst einmal und sorry das ich erst jetzt den Brief schreibe aber hier in Washington ist immer so viel los und im Moment ist es hier noch richtig schön, d.h. Sonne und Temperaturen um die 15-20 Grad, so dass ich nur selten am Laptop bin.:)
Meine Anreise nach Washington war ein wenig stressig und ich hätte auch fast meinen Flug verpasst
, aber ich bin letztendlich sicher in Washington angekommen.
Am 19.10.2008 habe ich um 3 Uhr morgens mein zuhause verlassen, was mir schwerer gefallen ist als ich gedacht habe, bin mit dem Taxi zum BahnhFF gefahren und dann mit dem Zug nach Frankfurt zum Flughafen.
Von Frankfurt aus gings dann in einem 8h Flug nach Charlotte/ North Carolina wo ich eigentlich um 15.15 Uhr ankommen sollte und dann meinen 2ten Flug, der um 17.45 Uhr Charlotte zu meinem Zielflughafen Baltimore/Washington International Airport verlassen würde, aber als ich in Charlotte ankam und an der Gepäckausgabe auf die Uhr guckte, konnte ich meinen Augen nicht trauen, es war 16.50 Uhr und das Gepäck war immer noch nicht in Sicht.
Nach 20 Minuten war mein Gepäck immer noch nicht in Sicht, es war 17.10 Uhr und ich hatte noch ca 20 Minuten um einzuchecken.
So langsam geriet ich in Panik, was bei mir nicht oft geschiet
, weil ich schon den Glauben daran verloren hatte den Flug noch zu bekommen.
17.15 Uhr und ich sah meine zwei Koffer, was für eine Erleichterung, ich schnappte mir meine Koffer, rannte zu dem Check-In Schalter von meiner Fluglinie, gab meine Koffer ab und hörte nur noch wie der Arbeiter hinter dem Schalter zu mir sagte ” Wenn Sie jetzt loslaufen schaffen sie es vielleicht noch”.
Also bin ich einfach mal losgelaufen, wusste aber wirklich nicht wohin, denn ich kannte mich da ja überhaupt nicht aus.
Dann sah ich plötzlich das Schild zu meinem Gate also lief ich wieder weiter bis ich endlich zu dem Security Check kam, wo ich mein Pass zeigte, und dann lief ich weiter zu meinem Gate.
Als mein Gate endlich in Sicht war hörte ich nur noch die Flugbegleiter über ein Mikrofon sagen ” Flug US 1454 nach Baltimore bitte, ist jetzt bereit zum Abflug wir schließen die Türen”.
Wäre ich 1 Minute später gekommen hätte ich mein Flug verpasst.
Nach ca. 1.5 Stunden Flug bin ich dann endlich in Baltimore angekommen, habe dort mein Gepäck geschnappt und bin dann mit dem Motelshuttle ins Motel gefahren, wo ich gegen 20 Uhr angekommen war.
Auf meinem Zimmer angekommen hab ich mich erst einmal auf das Bett geschmissen und TV geguckt und war froh das ich es endlich geschafft habe.
Am nächsten Tag bin ich dann wieder zurück zum Flughafen nach Baltimore gefahren wo ich dann von Dan McFadden, dem Director von BVS und Callie abgeholt wurde.
Im Bus waren auch schon die anderen Freiwilligen aus Deutschland die mit Eirene in die USA gekommen sind.
Vom Flughafen ging es dann nach New Windsor, Maryland aber unterwegs machten wir noch einen Stop und wir wurden auf ein Essen in einem amerikanischem Restaurant eingeladen, was eine gute Idee war, denn ich war echt hungrig:).
In New Windsor angekommen habe wir unsere Zimmer bezogen und die Umgebung erkundet.
Am nächsten Tag wurden wir wieder auf ein amerikanisches Frühstück eingeladen was sehr gut war.
Wieder am Brethren Conference Center angekommen, spielten wir Basketball bei 25 Grad und Sonnenschein und warteten auf die amerikanischen Freiwilligen die im Laufe des Tages in New Windsor ankamen.
Montags fing dann die Orientation an.
Ein Tag in der Orientation sah so aus:
7.30-8.30 Uhr morgens gab es Frühstück
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9 Uhr Devotion Time
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9.30-11 Uhr 1. Session
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12.30 Uhr Lunch
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14-16 Uhr 2. Session
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18-19. Uhr Dinner
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20. Uhr Devotion Time
Da ich ja schon mit SoFiA eine hervorragende Vorbereitung hatte und eigentlich bereit war in mein Projekt zu kommen hatte ich anfangs nicht so richtig Lust, fast die gleichen Rollenspiele und Programme zu machen die wir im Laufe der SoFia-Seminare gemacht haben, aber mit der Zeit ging es immer besser und durch die Sessions haben wir mehr über uns und die andere Freiwilligen erfahren.
Während der Orientation wurde jeder in Foodgroups eingeteilt, die aus 3 Freiwilligen bestand.
Jede Foodgroup wurde für jede Woche zweimal eingeteilt Essen für die ganze Gruppe zu machen.
Das schwierige dabei war, dass wir ein sehr begrenztes Budget zum einkaufen hatten, fürs Frühstück gabs $ 0.5 pro Person , fürs Mittagessen $ 0.75 und fürs Abendessen hatten wir $ 1 pro Person zur Verfügung.
Das kochen in der Foodgroup war in meiner Gruppe immer lustig und es gab immer was zu lachen.
Nach den 3 Wochen Orientation bin ich dann endlich in mein Projekt nach Washington DC gekommen, wo ich mit Stephan, einem anderen Deutschen aus Bonn , der mit Eirene in die USA gekommen ist jeden Morgen anfange für 60-100 Personen zu kochen.
In Washington wohne ich in dem Brethren House, wo insgesamt 10 Personen wohnen und 4 davon sind Deutsche
.
Die Soup Kitchen ist das BESTE Projekt was ich mir je hätte wünschen können.
Unser Chef Quinn ist total cool drauf , hat zwar einen übelsten Slang drauf und am Anfang haben wir den echt nicht verstanden aber jetzt ist das kein Problem mehr
.
In der Soup Kitchen servieren wir jeden Tag ausser mittwochs und am Wochenende einen riesigen Topf Suppe, Brot und dann noch einen Side-dish, der entweder aus Aufläufen besteht, die wir von der Central Food Bank of DC geliefert bekommen oder wir machen aus dem was wir im Lager haben was leckeres.
Die letzten zwei Donnerstage haben wir knusprige Hähnchen gemacht. Das lustige ist das ich in meinem Leben noch nie Hähnchen gemacht habe, aber wir haben es irgendwie doch hinbekommen, dass die Hähnchen knusprig, goldbraun und schön gewürzt waren.
Um 8 Uhr Morgens kommen wir in der Soup Kitchen an, die nur 5 Minuten zu Fuß von unserem Haus entfernt ist, machen den Ofen an, füllen unseren riesigen Suppenkochtopf zu 1/3 mit Wasser, geben noch Brühe hinzu und erwärmen das Wasser auf dem Ofen.
Sobald wir alle Lichter angemacht haben, die Notausgänge entriegelt und das Radio angemacht haben, machen wir uns erst einmal gemütlich Frühstück:).
So gegen 10 Uhr fangen wir dann an die Aufläufe in den Backofen zu schieben und das restliche Essen vorzubereiten.
Um 11.30 schließen wir die Türen auf und die Obdachlosen können in die Soup Kitchen kommen und sich in den Essensraum setzen.
Von 12- 13.30 Uhr fangen wir dann an das Essen zu servieren.
Nachdem wir fertig mit dem Servieren sind, fangen wir an die Küche zu putzen und alles aufzuräumen.
Gegen 14-14.30 Uhr sind wir mit unserem Tag fertig und können nach Hause gehen.
In die Soup Kitchen kommt jeden Montag eine Schulklasse, die bei der Essensausgabe hilft, jeden Donnerstag kommen zwei Sozialarbeiter und helfen ebenfalls bei der Essensausgabe.
Dann haben wir immer noch unregelmäßig College Klassen, die in die Soup Kitchen kommen um zu helfen.
Election Day
Am 04. November war es dann soweit : Die USA wählt ihren neuen Präsidenten.
Dieses Spektkel wollten wir uns nicht entgehen lassen, also mischten wir das Brethren House unter die Menge und gingen in eine Bar und verfolgten die Wahl dort live mit.
Alle Bars waren überfüllt und man hatte kaum Platz zum Stehen.
Mit der Zeit kamen die ersten Ergebnisse und es wurde bekannt wer welchen Staat gewonnen hatte.
Sobald Obama einen Staat gewonnen hatte brach Jubel aus, sobald Mccain einen Staat gewonnen hatte wurde dies mit BUH-Rufen kommentiert
.
Als Obama dann den Staat Ohio gewann war klar, dass Mccain nicht mehr gewinnen konnte und da Obama Washington DC mit 93% zu 7% gewonnen hatte waren alle hier happy über den Ausgang der Wahl, alle Menschen gingen auf die Straße, man hörte überall Obama-Rufe und alle Autos fingen an zu hupen.
Ganz Washington war am feiern uns eingeschlossen:)
Dies waren jetzt mal meine ersten Impressionen aus Washington, weitere folgen
Liebe Grüße aus Washington DC
Jonathan












