Malawi: 1.Rundbrief von David Neuegbauer
22. Oktober 2009 von david.neugebauerGudden Tach alle zusammen,
Endlich ist es soweit euch zu schreiben, was es über mein Leben, meine Arbeit hier in Malawi zu berichten gibt.
Am 6 August bin ich fast planmäßig in Lilongwe der Hauptstadt Malawis gelandet und wurde von den beiden Chefs (ich arbeite für 2 Organisation die im Grunde das gleich Ziel: Nahrungsmittelsicherheit, ein großes Wort, haben) am Flughafen empfangen und mit einem Mietwagen abgeholt, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel zum Flughafen gibt.
Danach sind wir noch nach Lilongwe in die Stadt gefahren, ich wollte mich noch bei der deutschen Botschaft registrieren aber die hatte leider nur morgens auf. In der Stadt, die ich in Zukunft öfter besuchen sollte ihr werdets sehn, hab ich ein Handy gekauft und dann gins los nach Rumphi, die Stadt, in der ich leben werde. Mitlerweile war es schon dunkel geworden. Es wird so gegen 18 Uhr dunkel. Die Fahrt dauerte etwa fünf Stunden und kostet 300 Euro ( das ist kein Preis für Weiße, das ist die Realität). Für die ersten Tage in Rumphi war geplant in einem Gästehaus zu übernachten da mein Haus noch nicht 100 prozentig fertiggestellt war, da es im Vorraus Probleme mit einem Geldtransfer gab. In den ersten Tagen haben mich meine Chefs überall vorgestellt (in allen möglichen Verwaltungsgebäuden, Gefängnis, Polizei, Kirche usw) das war ganz interessant und wichtig aber nach 2 oder 3 Tagen ermüdend weil man immer das gleiche sagt und das gleich zu hören kriegt aber es ist gut, dass mich alle kennen.
Dann wurde es wieder Zeit in die Hauptstadt zu fahren um mich bei der Botschaft zu registrieren und mein Visum zu bekommen, diesmal mit dem öffentlichen Verkehrsmittel BUS. Das heißt abends gegen 19 Uhr in Rumphi losfahren, gegen 2 Uhr nachts in Lilongwe ankommen, dann im Bus bis 7 Uhr morgens schlafen und dann alles erledigen was man erledigen will. Leider konnte ich nicht alles erledigen und musste ohne Visum wieder zurückfahren.
Wieder in Rumphi angekommen habe ich den ersten sogenannten Modellgarten besichtigt, war ne ganz witzige Sache, aber leider wurde mir erstmal die Frage gestellt, ob ich nicht eine motorisiete Wasserpumpe besorgen kann. Mitlerweile hab ich mich an diese Frage gewöhnt, denn sie wird in fast jedem Garten gestellt den ich besuche. Anfangs wusste ich nie was ich antworten soll, mitlerweile sag ich einfach nein und versuche den Leuten zu erklären, dass sie sich gar nicht das Benzin für diese Pumpen leisten können, denn teilweise muss man 60 Km oder mehr fahren, um zu einer Tankstelle zu kommen.
Nun sollte ich in mein eigenes Haus einziehen was immer noch nicht fertig gestellt war und auch keinen Strom hatte. Jedenfalls dachte ich ja, ich zieh ein und mache alles in dem Haus fertig und Strom wird auch in den nächsten Wochen kommen wurde mir gesagt. Jedenfalls bin ich eingezogen und musste leider feststellen, dass das Haus auch von mehreren Ratten bewohnt wird bzw nachts Ratten durch das Haus laufen. Nach 3 Nächten habe ich herausgefunden, dass es auch noch mindestens ein halbes Jahr dauert bis Strom kommt. So habe ich enstchieden wieder zurück ins Gästehaus zu gehn und erstmal nach einem anderen Haus zu suchen was letztendlich auch geklappt hat. Jetzt wohne ich in einem Haus, in dem ich mich sehr wohlfühle und in das demnächst auch noch andere Freiwillige, die für andere Projekte arbeiten, einziehen.
Jetzt war das Wohnungsproplem gelöst aber ich hatte immernoch kein Visum und kein Auto, dass für die Arbeit notwendig ist um all die Gärten zu besichtigen und Gemüse zum Markt zu transportieren. Also ging es wieder in die Hauptstadt, diesmal war das Ziel nicht ohne Visum und Auto zurückzukehren aber weder mit Visum noch Autokauf hatten wir in der Hauptstadt Erfolg und so mussten wir weitere 4 Stunden ins Handelszentrum von Malawi fahren. Eine Stadt names Blantyre. Dort konnten wir endlich ein verhältnismäßig gutes Auto kaufen und ich hab auch mein Visum bekommen, glücklicherweise hat mich das Visum kein Geld gekostet.
Nun ging es mit dem neuen Auto wieder zurück nach Lilongwe und am nächsten Tag weiter zurück nach Rumphi.
Jetzt nach ungefähr einem Monat konnten wir loslegen die Gartengruppen zu besichtigen. Man findet sehr unterschiedliche Gärten, aber fast überall kommt irgendwie die Frage: kannst du nicht eine motorisierte Pumpe besorgen oder kannst du nicht die besseren Fußpedalpumpen besorgen und wir wissen nicht wo wie unser Gemüse verkaufen sollen.
Jede menge Fragen, die ich nicht immer beantworten kann aber irgendwie schaffen wir es immer, dass ich nicht frustriert bin, wenn wir wieder zurückfahren, denn am Ende sehen die Leute doch ein, dass ich ihnen eben nur beim Transport und beim Zubereiten von beispielsweise Kartoffeln helfen kann. Die Leute hier probieren nicht gerne etwas selbst aus, also machen sie aus Kartoffeln nur sowas ähnliches wie Pommes was aber sehr teuer ist weil man viel Öl braucht und ein Liter Öl kostet mehr als ein Euro. Öl ist teurer als 1 Liter Diesel.
Die Fahrten zu den Gärten sind teilweise sehr abenteuerlich da es meistens nur sehr schlechte Sandpisten gibt oder es steil auf und ab geht. Gerade heute hab ich für 60 km 2 Stunden gebraucht.
Mir selbst geht es gut und ich denke ich habe mich recht gut eingelebt.
Demnächst werde ich mal mehr von meiner Arbeit berichten hier ist erstmal ein Bericht über das Ankommen im Projekt was etwas chaotisch war da ich der erste Freiwillige in diesem Projekt bin aber letzendlich ist alles gut ausgegangen.