2. Rundbrief David Neugebauer
19. Februar 2010 von david.neugebauerHallo Freunde,
Es wird Zeit für meinen 2. Rundbrief:
Anfang Oktober war ich für ein paar Tage krank. Ich hatte das, was wohl jeder Reisende irgendwann mal bekommt: Durchfall!! Aber nach 4 Tagen war ich wieder fit und konnte wieder meine Runden drehen.
Aber bevor es wieder richtig mit der Arbeit los ging gab es noch eine Einladung von der deutschen Botschaft für alle Deutschen die in Malawi registriert sind. Am 5 Oktober fand ein Empfang im Haus des deutschen Botschafters statt. Anlass war der Tag der Deutschen Einheit. Da ich noch nie in meinem Leben den Tag der deutschen Einheit gefeiert hatte, dachte ich mir, mache ich mich auf den Weg nach Lilongwe und schau mir das mal an. Für den einen Abend in Lilongwe bin ich zwei Tage Bus gefahren. Auf dem Empfang fühlte ich mich wie ein Staatschef. Es war ein schönes Erlebnis jedoch auch meiner Meinung nach ein bisschen Geldverschwendung.
Wieder zurück in Rumphi hatte ich 2 Arbeitstage und dann folgte wieder eine Unterbrechung!! Diesmal war der Grund mein Auto.
Ich hatte 3 anstrengende Tage in einer Autowerkstatt verbracht und zugesehen wie mein Getriebe auseinander gelegt wurde und wieder zusammen gebaut wurde! Ich dachte mir die ganze Zeit das kriegen die nie im Leben wieder hin aber am Ende lief das Auto wieder und alle waren glücklich. An diesem Wochenende, an dem mein Auto in der Werkstatt war, ist auch noch der Dorfchef von dem Dorf in dem ich wohne gestorben. Die Leute haben gesagt er hätte zu viel getrunken. Das passiert hier wohl öfters hat mir ein Bekannter aus dem Krankenhaus in Rumphi erzählt. Jedenfalls bin ich mit einem meiner Chefs zu der Beerdigung gegangen, zunächst war alles wie zu Hause. In der Kirche stand der Sarg vor dem Altar und es wurde eine Trauerfeier zelebriert. Danach ist ein LKW vorgefahren der Sarg wurde aufgeladen und die Leute haben sich auch auf den LKW gedrängelt. Es ging weiter zum Friedhof. Dort angekommen haben die Frauen ihr Beileid in lautem Geschrei und lauter Klage ausgedrückt. Dann wurden diverse Grabreden gehalten und Geld gesammelt und schließlich wurde das Grab von Hand zugeschüttet und dann haben sich alle wieder auf den Heimweg gemacht!!
Am 6. Oktober sind meine Mitbewohner angekommen. Aber manchmal wäre ich lieber alleine in einem eigenen Haus. Mal sehn, vielleicht lässt sich noch was anderes finden, denn mit 6 verschiedenen Leuten in einem Haus ist es schon nicht so einfach.
Zurück zu meiner Arbeit: In den nächsten Wochen ging es zu verschiedenen Plätzen. Besonders beeindruckend waren Bondi Uzumara Hewe und Chitimba. Dazu gibt’s auch noch Bilder.
Bondi liegt auf einem Berg, die Fahrt dahin war ein wiedermal zu großes Abenteuer aber es hat sich gelohnt. In Uzumara hab ich zum erstenmal Apfelbäume in Afrika gesehen. Hewe liegt an der Grenze zu Sambia und die Fahrt dorthin ist wieder abenteuerlich gewesen. Hier muss man einen steilen Bergpass hinuterfahren. Im Tal angekommen wurde ich von einer sehr matschigen Piste begrüßt und bin gleich 3 oder 4 mal stecken geblieben. Die Malawier haben mir aber sehr geholfen. Lediglich wollten mache für das Rausschieben aus dem Graben auch Geld haben.
Chitimba Liegt am Malawisee und die Fahrt dorthin ist einfach genial!
In letzter Zeit hab ich auch mehrere Kochkurse gegeben. Meistens wurde einfach alles Gemüse was in einem Dorf verfügbar ist, zusammengebracht und dann ein Eintopf gekocht. Wenn auch noch Eier und Milch verfügbar waren gab es noch Pfannkuchen aus Maismehl dazu. Ich glaube die Frauen, Kinder und Männer waren immer begeistert und erstaunt als sie gesehen haben das man Gemüse einfach in Wasser schmeißen kann, ein bisschen Salz dazu gibt und das Ganze einfach kochen lassen kann. Manchmal jedoch habe ich das Gefühl, dass die Frauen es nicht wieder versuchen werden den Eintopf oder auch überbackene Auberginen zu zubereiten.
Die Malawier sind nicht so geschäftstüchtig und brauchen immer länger um Gemüse zu ernten und zu verkaufen. Auch verstehen sie nur schwer, dass man zuerst einmal Geld für den Transport oder den Gemüsesamen ausgeben muss um hinterher etwas dran zu verdienen.
Im Gesamten macht mir die Arbeit viel Spaß obwohl es manchmal sehr anstrengend ist und auch manchmal zu Problemen mit meinen Chefs kommt.
Nun zum Weltaids Tag: ich hab mein Auto als Transportmöglichkeit zur Verfügung gestellt um zum „Festplatz“ ein paar Leute aus Rumphi zu transortieren. Auf dem Festplatz angekommen wurde erstmal auf den Special Gast gewartet. Es war irgendein Minister, der mit einer Prozession zum Festplatz begleitet wurde. Zur Eröffnung des Weltaids-Tages wurde die Nationalhymne von Grundschulkindern gesungen aber zuerst musste jeder Anwesende Position einnehmen. Danach wurden verschiedene Begrüßungsgebete gesprochen. Im Verlauf der Feier wurden enthusiastische Reden geschwungen und mehrere Theaterstücke vorgeführt. Am Ende wurde wieder die Nationalhymne gesungen und gebetet und die Feier war zu Ende. Jeder geladene Gast hat noch eine Entschädigung für das Mittagessen bekommen, weil das Mittagessen ausfiel, da der speziale Gast zu spät kam. Es war eine unterhaltsame Feier und es war schön anzusehen. Jedoch war auch vieles nur großes Gerede wie bei uns in Deutschland bei manch einer Feier auch.
Bis zum nächsten Mal
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in 2010