Bolivien: 2. Rundbrief von Elisabeth Fey

octubre 2011

Ich melde mich wieder zurück aus dem schönen Bolivien.

Nach meinem vierwöchigen Aufenthalt in Santa Cruz in der Familie von Chavela packte ich meine Sachen und fuhr zusammen mit Chavi ins ca. 4h entfernte Ascensión de Guarayos. Zu allem Überfluss wurde mir am letzten Tag in Santa Cruz im Bus noch mein Handy gestohlen, das ich mir hier erst neu gekauft hatte. Es war wie immer eng im Bus und schon dunkel. Da spürte ich nur wie eine Hand in meine Hosentasche glitt und ich griff sofort nach dem Arm. 

Nur sind die Diebe natürlich nicht blöd und der Mann hatte das Handy schon einem anderen gegeben, der soeben ausgestiegen war. Ich weiß nicht mehr genau, was ich zu ihm gesagt habe. Ich glaube, ich habe irgendwelche Schimpfwörter auf Deutsch verwendet. Doch wie es in Deutschland wahrscheinlich so gewesen wäre, dass der eine oder andere von den umstehenden Menschen seinen Senf ebenfalls dazu gegeben hätte, war es hier ganz anders: Keiner rührte sich vom Fleck! Alle starrten mich nur verängstigt an, nach dem Motto: „Pass auf, was du tust!“ Das zeigte mir wieder, wie wenig Vertrauen die Menschen hier in den Staat und die Polizei haben, weil fast keiner mehr Respekt vor diesen hat. Dass die Polizisten hier täglich versuchen, den Verkehr zu regeln, scheint total überflüssig.

Chavi ärgerte sich sehr darüber, dass mein Handy gerade an meinem letzten Tag gestohlen wurde. Klar, es war sicherlich ärgerlich, aber ich beruhigte sie, indem ich ihr erklärte, dass es nur ein Handy war und nichts anderes wichtiges, wie etwa Dokumente oder Geld und dass es mir gut ginge. Daher verwendete ich auch das von ihr so sehr geliebte „no hay problema“ (=Es ist kein Problem!). Am nächsten Morgen kaufte ich mir ein neues Handy, bevor wir weiter nach Ascensión fuhren. Es war das gleiche Modell, zum gleichen Preis und es hatte sogar bis auf die letzte Zahl die gleiche Nummer. Damit war die Sache für mich erledigt.

 

Ankunft in Ascensión

Nach 4 Stunden Fahrt in einem Minibus kam ich in Ascensión an. Auf der Fahrt konnte ich schon beobachten, wie ich tiefer und tiefer in die „Pampa“ kam. Um mich herum gab es nichts anderes als Palmen und Wald. Padre Adalberto, ein gebürtiger Pole und mein zukünftiger Chef, begrüßte Chavi und mich sehr herzlich und stellte mir sogleich die Schwestern des Franziskanerordens vor, mit denen ich hier zusammenlebe. Ich durfte mein Zimmer beziehen, das ein eigenes Bad hat und alles, was man sonst noch benötigt. Abends besuchten wir die Messe, in der der Padre mich willkommen hieß und ankündigte, dass ich mich in der Messe am nächsten Morgen vorstellen werde. Oh ja – direkt ins kalte Wasser also, herrlich!
Chavi fuhr nach dem Gottesdienst wieder zurück und ich machte mich daran, einen Text zu schreiben, damit ich am nächsten Tag nicht ganz so blöd dastehen würde. Selbstverständlich sollte ich auch noch ein Lied vorspielen. Das tat ich dann auch mit „Der Wind und das Kind“.

Nach meinem einmaligen Auftritt lernte ich meine „Arbeitskollegen“ Willan und Ulises kennen. Diese versuchten mir erst einmal die Situation zu schildern und zu erklären, was ich zu tun hatte. Dieses Gespräch war für mich sehr aufschlussreich. Ich erfuhr, dass es meine Arbeitsstelle so noch garnicht gäbe, da die Musikschule noch nicht wirklich existiere. Dies sollte sich aber schon bald nach meiner Ankunft ändern. Ich bin nämlich als sogenannte „profesora de musica“ (Musiklehrerin) maßgeblich am Unterricht der Musiktheorie beteiligt.

Zudem erklärte ich mich bereit, an der Koordination des Unterrichtsplans mitzuhelfen und einen Stundenplan auszuarbeiten, da Willan und die anderen darin nicht so viel Erfahrung hatten. (Willan führt ein kleines Radio über dem Pfarrbüro und ist verantwortlich für die LiveÜbertragung der Gottesdienste; Ulises studiert und spielt Violine.)

 

Meine neue Aufgabe…

Als ich über mein neues Aufgabenfeld nachdachte, fühlte ich mich zuerst ziemlich überfordert – ganz klar! Deshalb versuchte ich im Vornherein meine Gedanken zu sortieren und nahm Zettel und Stift, um meine Gedanken festzuhalten: Es gab sechs Schulen, die den Wunsch hegten, dass ihre Schüler Musikunterricht erhielten. Es gab insgesamt acht Klassen mit jeweils ca. 30 Kindern. Das ergab ca. 240 Schülerinnen und Schüler, die in der neuen Musikschule unterrichtet werden sollten. Wie konnten wir das bewerkstelligen, wo es bislang noch keine Strukturen dazu gab?

Bald darauf erfuhr ich, dass es am Abend eine Versammlung mit allen Direktoren der sechs Schulen geben würde, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Dort wurde bestimmt, dass es Klassen geben würde, die Montags, Mittwochs und Freitags zum Unterricht kämen. Sie sollten dann so aufgeteilt werden, dass eine Klasse von acht bis zehn Uhr und eine Klasse von zehn bis zwölf Uhr Unterricht bekäme. Am Nachmittag kämen dann zwei weitere Klassen, eine von 14- 16 Uhr und eine von 16- 18 Uhr. Die übrigen Klassen würden immer Dienstags, Donnerstags und Samstags zu den gleichen Zeiten den Unterricht besuchen.

Mein erster Eindruck dazu war, dass hier viel Arbeit auf uns zukommen wird. Aber noch war nicht endgültig klar, wie viele Schüler nun tatsächlich theoretischen und praktischen Unterricht erhalten würden. Die genaue Zeiten, in denen Pause sein würde, stand auch noch nicht fest. Mit diesen Überlegungen startete ich in die erste Woche, ohne große Vorbereitung, ohne Kenntnisse über das notwendige Vokabular. Vor meinen Schülern war ich komplett auf mich allein gestellt. In dem einzigen Klassenraum, den es gibt und der direkt neben der Hauptverkehrsstraße über dem Pfarrbüro liegt, gibt es ein paar Tische, ein paar Bänke und eine nicht beschreibbare Tafel (ich schreibe bis jetzt nur auf großem Papier, das ich an die Wand hefte).

Das Notenpapier scheint auch knapp zu sein. Die Kinder und ich ziehen daher unsere Notenlinien selbst. Nach der ersten Woche hatte ich irgendwann Zeit, mich ein wenig vorzubereiten und fühlte mich nicht mehr ganz so planlos. Da die Kinder ja auch normalen Unterricht in der Schule haben, gestalte ich die Musikklasse so spielerisch wie es nur geht. Doch trotz allem Spaß, den ich mit den Kindern habe, musste eine Änderung des Stundenplans bzw. einiger anderer organisatorischer Dinge her.

  …eine echte Herausforderung!

Es folgten viele Gespräche mit Willan, dem Padre und den Schwestern. Zum Glück gibt es hier im Kloster Schwestern, die aus Österreich stammen und schon seit 40 Jahren hier leben. Mit Schwester Andrea konnte ich mich gut über meine Probleme unterhalten und sie hilft mir, wo sie kann. Beim letzten Gespräch mit dem Padre war sie so nett und hat für mich die schwierigen Sachen übersetzt. Ich spreche offen mit dem Padre, er ist nett und versteht auch einiges. Aber er hat auch eine sehr eigene Sicht der Dinge. Träume sind wichtig, das ist jedem klar, aber ich glaube, dass vieles nicht einfach so „von der Hand geht“.

Aber vielleicht ist das immer so im Leben. In jeder Partnerschaft, egal welcher Art. Der eine träumt und der andere behält die Realität im Auge. Ich verurteile den Padre deswegen nicht und ich möchte seinen Traum auch nicht zerstören. Ich versuche ihn nur in die richtige Richtung zu lenken und ihm zu zeigen, was meiner Meinung nach möglich ist. Denn Erwartungen zu haben, bei denen man zum Schluss nur enttäuscht wird, ist nicht gerade schön, für beide Seiten. Ich kann und möchte einiges in meinem Projekt tun, aber ich weiß auch, wo meine Grenzen liegen. Mit der Hilfe von Schwester Andrea konnte ich ihm das ganz gut erklären und er hat es, denke ich, auch verstanden. Und morgen beginnt eine neue Woche, in der wir sehen werden, wie alles funktioniert. „Poco a poco“, sagen wir hier, „eins nach dem anderen“.  Was in dieser Woche nicht stimmig ist, wird am Wochenende ausgebessert. Ich werde die ganzen Fehler gemeinsam mit diesen Menschen hier machen, da ich es oft auch nicht besser weiß. Das ist in Ordnung und wichtig, denn nur aus Fehlern lernt man. Und so lernen wir alle gemeinsam, was es heißt, eine Musikschule zu gründen.

Aber zu diesem ganzen „Chaos“, das ich bei meinem Start vorfand, ist auch zu sagen, dass ich dafür niemandem die Schuld gebe oder in irgendeiner Form enttäuscht bin von meiner Organisation oder sonst wem.  Aber dass es hier ein Missverständnis gegeben hat, zwischen wem auch immer, ist jetzt nicht mehr wichtig. Die Situation ist, wie sie ist und wir werden versuchen, das Beste daraus zu machen. Rückblickend ist zu sagen, dass ich in den letzten Wochen „viel geschwitzt habe“.

Nicht nur des Wetters wegen, das sich immer wieder aufläd, bis es dann in Gewitter und Regen ausbricht und die Natur beschenkt. Aber die schweißtreibende Herausforderung hat mir auch gefehlt: Der Monat in Santa Cruz war sehr schön und ich habe tolle Menschen kennengelernt. Jetzt bin ich froh angekommen zu sein und einer Aufgabe nachgehen zu dürfen, auch wenn diese größer ausfiel, als ich ursprünglich gedacht hatte. Ich habe nun einen guten Rhythmus gefunden, und meine Gedanken und Ideen sind klar geordnet, mein Kopf arbeitet. Und wenn er fast platzt, kühlt die Dusche ihn wieder ab. Auch das schrieb ich in mein Tagebuch: „Jetzt habe ich eine Aufgabe. Ich stehe noch am Anfang und weiß nicht, wie viel ich davon bewältigen kann. Aber alles Schritt für Schritt. Nichts überstürzen. Aber das ist gut, Lissy. Ich schwitze, ich brenne, ich lebe. Endlich ist das Gefühl wieder da. Und da ist die Entfernung, das Neue, das Ungewohnte, die Fremde. Und da bin ich mit meinem Herzen, das für das hier schlägt. Für das Projekt, für diese Arbeit, für diesen Ort, für Bolivien. Danke, lieber Gott, dass ich es bin, die dies erleben darf. Schütze mich, mein Herz und alles, was es in sich trägt.“

 

Über mein Umfeld und das Leben in der Gemeinschaft

Außer meiner Arbeit bleibt natürlich auch Zeit, ab und zu die Umgebung etwas näher kennenzulernen. Bei diesen Erkundungen habe ich schon viele eindrucksvolle Menschen getroffen, die mir von ihrem Leben berichtet haben. Auch die Schwestern berichten mir vieles. Insbesondere Schwester Laetitia. Sie leidet unter Demenz und erzählt mir jede Stunde von Neuem, dass sie aus „Kals unter´m Großglockner stammt“, dass es ein sehr armes Dorf sei, aber durch den Tourismus des Berges wegen ganz gut leben könne: „Denn der Großglockner ist schließlich der größte Berg Österreichs!“ Ihre Redewendung lautet immer: „Kals über Al´s!“ Das habe ich noch nicht ganz verstanden, soll aber wie ich glaube „Alles“ heißen. Manchmal glaube ich, ich lerne mehr über Österreich als über Bolivien. 🙂
Schwester Andrea ist gedanklich noch fit und erzählt immer voller Stolz von Bolivien und den Unterschieden zu Europa. Auf meine Frage, warum sie das tue, erklärt sie mir liebevoll die Gründe: Auch sie hatte in Bolivien anfangs Probleme und war sehr froh darüber, dass eine Mitschwester ihr alles erklärte. Für diese Hilfe danke ich ihr jeden Tag.

Hier im Kloster lebe ich sehr nobel. Ich habe ein schönes Zimmer mit Bad, es gibt immer gutes Essen und sogar guter Kaffee ist drin! Das heißt, ich bin im Paradies. Leider muss ich meine Wäsche auch hier mit der Hand waschen, was mich eine Menge Zeit kostet, die ich bisher nicht oft hatte. Aber die dreckige Wäsche macht sich auch auf dem Boden ganz gut, wie ich feststellen konnte.
Wir haben hier sogar einen kleinen hauseigenen „Zoo“ mit Hühnern, Enten, Schildkröten, Katzen, Hunden (die mich noch nicht so mögen), einem Strauß und einem Tier, dessen Name ich nicht kenne. Vor allem der Hahn ist mir sehr ans Herz gewachsen, wo er mich doch jeden Morgen weckt! (Ich habe wirklich keinen anderen Wecker.)
Aufstehen ist übrigens immer gegen 6:30 Uhr angesagt, weil es jeden Morgen um 7 Uhr Frühstück  gibt. Die Schwestern haben sich aber schon daran gewöhnt, dass ich Sonntags des Öfteren etwas später eintrudele. Mittagessen ist um 12 Uhr, Abendessen gibt es um 18:30 Uhr. Geregelt und klar strukturiert. Jede hat ihren Dienst. Ich pendele zwischen abtrocknen und Tisch decken. Es wird viel gelacht und gesungen. Kurz und knapp: Ich fühle mich rundum wohl.

 

Reflexionen über meine Arbeit

Der Unterricht mit den Kindern macht ebenfalls Spaß. Natürlich ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ich werde auch mal laut, wenn die Nachmittagshitze und die Müdigkeit uns allen die Konzentration nimmt. Und vor allem die Kinder sind in solchen Situationen nicht so geduldig. Aber ich habe auch viele Schüler, die toll mitmachen und etwas lernen möchten. Ich bin wahrscheinlich nicht so eine „profesora“, wie sie sie aus der Schule kennen, da ich auch meine Schwierigkeiten habe, als Autoritätsperson vor ihnen zu stehen. Wo ich dieses Schüler- Lehrer-Verhältnis ja noch nie gemocht habe. Auch wenn sich mein Vater nicht darüber freuen wird, wird auch diese Zeit als „Lehrerin“ mich nur darin bestätigen, kein Lehramt zu studieren. Beim Unterrichten fällt es mir besonders schwer, die leichten Dinge zu erklären. Ich wusste vorher nicht, auf welchem Stand die Kinder hier im Bezug auf ihr „musikalisches Wissen“ sind. Aber ich war überrascht, als ich feststellte, dass die meisten wirklich von Null anfangen müssen. Also wie ich damals in der musikalischen Früherziehung. Das ist schon eine ganze Weile her, daher kann ich die Dinge, die da mit mir gemacht wurden, hier leider nicht anwenden.
Die Kinder haben noch kein richtiges Gefühl für die Musik, für Rhythmus, für den Umgang mit Instrumenten. Die meisten kennen die Instrumente auch nicht, sie wissen nicht, was ein Chor oder ein Orchester ist. Ich habe auch noch nicht ganz verstanden, was sie dazu bewegt, in meine Unterrichtsstunden zu kommen und warum hier so viele Kinder die Musik erlernen wollen. Ich denke, teilweise lassen sie sich einfach auch „mit dem Strom mitziehen“. Wenn ich beispielsweise ein Mädchen frage, welches Instrument es spielen möchte, schaut sie erst einmal zu ihrer Freundin und beide sagen dann: „Violine!“ Aber so habe auch ich begonnen. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals gesagt zu haben: „Ich möchte Glockenspiel lernen.“ Also muss ich die Kinder, die im Alter von 8 bis 13 Jahre sind (manchmal auch älter) dazu animieren, sich auszuprobieren. Ich habe ja auch nicht mein Leben lang Blockflöte gespielt. Aber wie soll ich den Kindern die Musik näherbringen und sie dafür begeistern? Wie macht man Musik begreiflich? Musik kann man nur zum Teil erklären – eben den theoretischen Teil. Aber was mache ich in der Praxis? Diese Aufgabe empfnde ich wirklich als wahnsinnig schwer: Dinge zu erklären, über die ich mir nie Gedanken gemacht habe, die bei mir eher aus einer Intuition heraus entstehen. Fragen kommen auf und die Antworten fehlen.
Nach der ganzen Organisation, was die Schule betrifft, geht es jetzt ans Eingemachte. Doch mittlerweile habe ich schon einige Ideen, wie ich den Unterricht gestalten kann. Klar, ich versuche das Ganze schon gut zu machen, aber ich setze die Erwartung an mich selbst nicht zu hoch. Ich werde hier nur ein Jahr lang arbeiten dürfen. Da haben die Kinder wahrscheinlich mehr davon, wenn sie die Musik praktisch, spielerisch und mit Spaß erlernen, anstatt nur die trockene Theorie durchzupauken. Soweit zu meinem Leben hier in Bolivien.

Eigentlich müsste ich nur alle 2 Monate einen Rundbrief schreiben, aber jetzt kommt mir das irgendwie zu wenig vor. Vor allem wenn ich nächsten Monat über diese Dinge geschrieben hätte, wären sie ja auch gar nicht mehr aktuell gewesen …
Also habe ich entschieden, dass ich das vorerst für Euch jeden Monat mache. Ich hoffe, das ist in Ordnung. Das kann sich auch noch im Laufe des Jahres ändern, wenn ein gewisser Alltag eingekehrt ist und es nicht mehr so viel zu erzählen gibt.

Ich hoffe, Euch geht es allen gut! Mir geht es immer noch bestens.
Also halte ich Euch weiterhin auf dem Laufenden und sende herzliche Grüße aus Bolivien!

 

Alles Liebe,
Lissy

 

Zu guter Letzt noch ein kleines Gedicht vom 1. Oktober:

Belanglos
Und es umgibt mich das gleißende Licht,
die helle Haut, das weiße Gesicht,
ich fall hier auf und merke es nicht,
weil wir doch alle dieselben sind.
Denn wenn ich mir die Augen verbind,
ist nur der Herzschlag, der noch bleibt
und mir jeden Makel verzeiht.
Weil es belanglos ist ob wir humpeln oder stehn
wie wir äußerlich durchs Leben gehn.
Denn du bist du und ich bin ich,
was uns unterscheidet ist nur die Sicht
der Dinge auf die Welt, wie sie scheint zu sein,
denn mit dem eigenen Kopf ist man immer allein.
Doch das Leben führt uns herum
es macht bescheiden, macht mich stumm.
Und ich merke, dass das Herz allein
entscheidet, wer wir sind zu sein.
Denn du bist du und ich bin ich
unterschiedlicher sind wir nicht.