Bolivien: 1.Rundbrief von Nusrettin Mutlu

Hola Amigos!

Wie geht es euch? Nun bin ich seit 2 Monaten in Bolivien und es kommt mir so vor als wäre ich schon ein Leben lang hier. Wie viele schon wissen: ich bin das zweite Mal in Bolivien. Im Jahr 2014 habe ich am „Bolivianischen Workcamp“ (organisiert von meiner ehemaligen Schule dem Hochwald-Gymnasium) teilgenommen. Dadurch, dass ich unsere Partnerschule in der ich arbeite, schon vorher gekannt habe, war es für mich leichter mich in Santa Cruz und auch in Bolivien einzufinden.

Am 05.08.2106 sind wir, meine sieben Freunde die ich bei SoFiA e.V. kennengelernt habe  und ich, von Frankfurt über Madrid und Santa Cruz nach La Paz geflogen. An diesem Tag hieß es für uns Abschied nehmen von unseren Familien und von Deutschland. Verständlicherweise war es nicht einfach, da ich im Flugzeug so langsam realisierte, dass ich für ein Jahr nun weder Mama, Papa, noch meine Brüder oder meine Freunde aus Deutschland sehen werde. Da darf man auch mal ein bisschen weinen, oder?

Auch wenn es traurig klingt war die Reise an sich ganz schön, weil es keine großen Probleme gab. Wir wurden herzlich empfangen am Flughafen in La Paz von der „Hermandad“ in Bolivien und von unseren Gastfamilien, bei denen wir einen Monat lang gemeinsam leben durften. Zudem  habe ich mich auf das Land sowie auf mein Projekt riesig gefreut. Ich war froh, alte Freunde aus Bolivien vor allem aus Santa Cruz wieder zu sehen.

Im ersten Monat waren wir, meine Mitfreiwilligen und ich, in La Paz, um eine spanische Sprachschule zu besuchen. In der ersten Woche haben wir sechs Stunden pro Tag Spanischunterricht gehabt mit jeweils vier Schülern in einem Kurs. In der zweiten Woche hatten wir nur noch fünf Stunden Unterricht pro Tag. Dafür  lernten wir auch die Kultur von La Paz kennen, indem wir gemeinsam mit der Sprachschule die Stadt besichtigten. In der dritten Woche hatten wir ein Einführungsseminar mit ganz vielen anderen deutschen Freiwilligen, auf welchem wir auf Sicherheit und Gesundheit hingewiesen wurden. In der letzten Woche in La Paz hatten wir wieder Sprachschule mit jeweils fünf Stunden pro Tag (nachmittags von 14:00 – 19:00 Uhr). In der Sprachschule konnte ich meine Spanischkenntnisse wieder auffrischen, worüber ich heute froh bin.

In La Paz habe ich gemerkt, dass ich nicht alleine in Bolivien bin, da die Hermandad bei allen Problemen geholfen hat. Sowohl bei Kleinigkeiten, aber auch Problemen wie „Meine bolivianische Sim-Karte funktioniert nicht“ oder auch „Ich kann kein Geld abheben“. Zudem hat die Hermandad unsere Visa für das Land organisiert, wodurch uns eine Menge Arbeit erspart blieb. Dafür bin ich sehr dankbar.

In La Paz wohnte ich mit zwei jungen Studenten Rodrigo und Juan José zusammen. Rodrigo der Medizin studiert und auch Juan José der momentan arbeiten muss, da das Geld für sein Studium nicht reicht, haben mir viele Dinge beigebracht. Heute kann ich sagen, dass ich durch das Zusammenleben mit ihnen vieles gelernt habe. Wir haben jeden Abend gemeinsam gekocht, gespült, gelacht und über alle möglichen Themen diskutiert. Und auch sie waren da, wenn es Probleme gab. Das Schönste an La Paz war jedoch: Eines Tages kam ich abends nach Hause. Meine Gastbrüder schliefen schon. Und auch ich war schon müde und wollte mich hinlegen. Dann hörte ich ein Schreien: „Miau Miau“.. Siehe da, vier Katzenbabys lagen in meinem Bett. Ich war geschockt und wusste nicht was zu tun ist. Ich weckte meinen Gastbruder Juan José auf. Er dachte schon, etwas Schlimmes ist passiert, doch als ich ihm die Katzenbabys zeigte, fing er an zu lachen und weckte unseren anderen Bruder auf. Seitdem hatten wir neue Mitbewohner, neue Freunde.

Nun bin ich seit einem Monat in Santa Cruz und in meinem Projekt. Ich bin sehr froh darüber, dass ich wieder bei meiner Gastfamilien leben darf, mit der ich schon vor zwei Jahren gelebt habe (Bolivianischer Workcamp 2014). Es ist wahr: Man sieht sich zwei Mal im Leben.

Zu meinem Projekt: Die Schule, in der ich arbeite, ist in zwei verschiedene Schulen aufgeteilt. Morgens von 7:30 bis 12:30 wird die „Secundaria“ unterrichtet, d.h. siebte bis zwölfte Klasse. Nachmittags wird die Primaria unterrichtet mit einer anderen Direktorin, mit anderen Lehrern. Nur das Schulgebäude ist das Selbe. Die Primaria, (erste bis sechste Klasse) ist von 14:00 Uhr bis 18:15 Uhr.

Ich arbeite von Montag bis Donnerstag und Samstag. Dafür habe jeden Freitag frei.

Mein Stundenplan in der Secundaria ist folgendermaßen: Montag helfe ich beim Sportunterricht mit. Dienstag und Mittwoch unterrichte ich Englisch von Klasse sieben bis elf. Donnerstag und Samstag helfe ich mit im Fach „Computacion“.

Mein Stundenplan in der Primaria ist ziemlich einfach zu erklären, da ich hier nur Englisch unterrichte.

Mehr dazu werde ich in meinem nächsten Rundbrief schreiben. Bei Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung und freue mich über eure Rückmeldung.

Ich will mich noch einmal bei all meinen Freunden, meiner Familie, meiner Organisation Sofia e.V., der Hermandad in Bolvien, bei allen Unterstützern und allen Spendern ganz herzlich bedanken, denn ihr habt mir diesen Friedensdienst ermöglicht.

Hasta luego amigos!

Nusrettin Mutlu