Ruanda: 1.Rundbrief von Lisa Richertz

Ich lebe in Musanze (Ruhengeri), eine Stadt mit ca 80.000 Einwohnern und  2 Stunden Fahrt von der Hauptstadt Kigali entfernt.

Ich versuche selbst die anfänglich für mich negativ scheinenden Dinge positiv zu sehen. So freue ich mich mittlerweile zum Beispiel sehr wenn ich fließendes Wasser habe, da wir im Osten keines hatten und es wirklich schön war wieder zu Hause zu sein und dort Wasser zu haben. Wenn auch nur kaltes aber sogar damit komme ich klar. Genauso wie die Überwindung meiner Spinnenphobie die langsam weniger wird.

Mein Haus

Bei der Einrichtung meiner Wohnung ist Kreativität gefragt! Ich bewundere die Menschen hier die für jede Situation eine individuelle Lösung haben. Es gibt halt gerade keinen Ikea bei dem  man ein Regal kaufen könnte..  Ich liebe es zu verhandeln und mit dem Moto ( einem Roller ) zu fahren. Das ist hier nämlich das Haupttaxi würde ich  mal sagen und das Gefühl darauf mit zu fahren, den Wind im Gesicht zu spüren, an den Hügeln und Läden vorbei zu fahren und den Menschen zu zuwinken lösen sehr viele Glücksgefühle in mir aus .

Moto fahren

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass Plastiktüten hier komplett verboten sind. Es gibt lediglich braune Papiertüren was ein sehr guter Beitrag für unsere Umwelt ist.

Nach den ersten 3 Monaten fühle ich mich nun zu Hause. Ich habe mir mein Umfeld geschaffen und viele Menschen kennen gelernt. Dinge die am Anfang noch seltsam erschienen sind jetzt Alltag geworden.

Nun zu meinem Projekt: Es ist eine private Grundschule und ich mache verschiedene AGs in Englisch und Kunst in der ersten bis zur fünften Klasse. In einer Klasse befinden sich ca. 45 Mädchen und Jungs. Der Unterricht war zuerst etwas schwierig bis ich mich dort eingelebt habe. Die Kinder sind super offen und machen immer sehr euphorisch mit. Oft bespreche ich mit ihnen Themen die sie sonst nicht in der Schule behandeln, wie zum Beispiel die Kulturen in anderen Ländern sind und was die verschiedenen Geschichten der Länder sind. Das Englisch ist für mich sehr schwierig zu verstehen, da die Aussprache komplett anders ist, als wir es in der Schule gelernt haben. Mit meinen Kollegen verstehe ich mich sehr gut und habe jeden Nachmittag Mittagessen mit ihnen zusammen. Auch hier ist es lustig zu sehen wie unterschiedlich Menschen denken.

Schule

Eine Woche nach meiner Ankunft haben wir eine Reise nach Nyagatare gemacht was sich im Osten befindet.

Roadtrip

Mein Magen war allerdings sehr empfindlich weswegen ich die Reise eigentlich krank verbracht habe. Wir sind über kleine Straßen und staubige Wege gefahren bis wir die Familie meines Mentors erreicht hatten. Die haben sich so fürsorglich und lieb um mich gekümmert, dass ich auf jeden Fall nochmal dahin fahren möchte wenn ich gesund bin.

Damiens Familie

Auch möchte ich gerne von einem Zwischenfall berichten … Während der Fahrt ist der Kofferraum aufgegangen und meine Handtasche rausgefallen. Wir haben dies erst ein gutes Stück weiter bemerkt. Allerdings als wir wieder zurück gefahren sind haben sie die Tasche aufgehoben und mir wieder zurückgegeben.

Essen

 

Das Essen besteht hauptsächlich aus Bohnen, Reis, Süßkartoffeln, Kartoffeln und selten Fleisch, da dieses hier verhältnismäßig sehr teuer ist.

 

 

Ich wohne auf einem Grundstück auf dem noch 12 Studenten einer Universität wohnen. Wir haben uns sehr schnell angefreundet, kochen oft zusammen und hin und wieder lachen sie mich aus wenn sie sehen, dass ich es nicht so gut hinbekomme meine Wäsche mit meinen Händen zu waschen.

Garten

Seit dem ich hier bin werden mir die essenziellen Dinge des Lebens immer wieder bewusst. Menschen die glücklich sind ohne das neuste IPhone zu haben oder ohne jeden Tag teure Unternehmungen machen zu können. Ich glaube fast, dass Menschen die diesen ganzen Luxus nicht gewöhnt sind viel zufriedener sein können mit Dingen die sie haben. In der deutschen Gesellschafft geht es oft darum immer mehr haben zu wollen. Nicht viele würden sich mal darüber freuen Fleisch zu essen oder wenn man ihm auf der Straße guten Tag sagt. Wenn ich hier über die Straße gehe bekomme ich immer freundliche neugierige Blicke zugeworfen und ich fühle mich sehr schnell in die Kultur integriert. Es gibt auch oft Diskussionspunkte wenn ich mit Menschen über die Weltanschauung oder verschiedene Einstellungen spricht. Aber genau das  ist es was ich von diesem Jahr erwartet habe: die Kommunikation von zwei Kulturen die sehr, sehr unterschiedlich sein können.

Auch empfinde ich Ruanda als sehr sicher. Hier ist sehr viel Militärpräsenz und generell sind alle sehr darauf bedacht Straftaten sehr gering zu halten.

Zu dem jetzigen Zeitpunkt kann ich mir sogar auch sehr gut vorstellen noch länger hier zu bleiben da mich dieses geerdete Leben sehr fasziniert und mich selbst auch oft zum Nachdenken bringt über das was wirklich wichtig ist im Leben.

Kigali

 

Bis jetzt waren wir öfter in Kigali die Hauptstadt Ruandas und in Gisenyi ein wunderschöner Ort mit einem großen See in dem man wirklich toll schwimmen kann.

 

Tam Tam

Da jetzt die Ferienzeit hier begonnen hat kann ich mir auch die umliegenden Länder wie Uganda, Kenia, Tansania und die Insel Sansibar anschauen. Ich bin sehr darauf gespannt welche Unterscheide es zu Ruanda gibt.

 

Liebe Grüße aus Ruanda

Lisa