Brasilien: 3. Rundbrief von Sara Peces-Calero

Soo meine Lieben,

mein letzter Rundbrief ist ja noch nicht allzu lange her, aber es ist schon wieder Zeit für ein neues Update:

Mein Zwischenseminar

Im Februar hatte ich mein Zwischenseminar in Salvador. Zusammen mit den anderen zwei Freiwilligen von SoFiA und weiteren Freiwilligen aus Deutschland.
Die Location unseres Seminares war ein Traum. Es war direkt am Strand gelegen und einfach unfassbar schön.
Wir Freiwilligen konnten unser Seminar relativ frei gestalten. WIR konnten die Themen auswählen. Alles was für UNS wichtig war, konnte besprochen werden. Wir haben vor allem großen Wert auf den Austausch von Erfahrungen gelegt. Wir haben beispielsweise darüber gesprochen, wie wir in unseren Projekten wohnen und was wir genau arbeiten. Wir haben aber auch über Dinge gesprochen, die uns im Freiwilligendienst stören oder Probleme bereiten. Wir waren ein super Truppe und haben die Abende gerne draußen zusammen verbracht.

Urlaub in Salvador

Nach dem Seminar sind Daniel, Judith und ich noch in Salvador geblieben und haben etwas Urlaub gemacht. Die Stadt und ihre Menschen dort sind unfassbar schön. Wir haben einige Tage dort verbracht und sind noch in ein Naturschutzgebiet gefahren, durch das wir gewandert sind. Es ist einfach unsfassbar schön dort, aber seht selbst !

 

Wanderung durch Naturschutzgebiet

 

 

Meine Arbeit

Wieder Zuhause angekommen, ging es auch schon wieder weiter mit der Arbeit. Ich bin zur Zeit wieder viel im Kindergarten und weniger in der Schule unterwegs. Dieses Jahr wurden acht Klassen im Kindergarten eröffnet. Das heißt es gibt viel zu tun.  Ich wechsel pro Woche die Einsatzstelle um alle Klassen kennenzulernen. Aber natürlich kenne ich schon alle Kinder und deren Professorinnen und sie kennen mich. Ich liebe die Arbeit mit den Kleinen sehr! Es ist zwar manchmal schon echt anstrengend jeden Tag spielende und dabei kreischende Kinder um sich zu haben, aber es lohnt sich. Manchmal gehe ich um 20:30 Uhr schlafen, weil ich einfach so fertig bin. Was mich manchmal etwas stört, ist wie die meisten Kinder mit den Spielsachen umgehen. Sie treten auf alles drauf, schmeißen die Sachen rum und sind manchmal einfach etwas grob. Das könnte größtenteils daran liegen, dass sie es von Zuhause nicht anders beigebracht bekommen…

Vielleicht nochmal zur Info: Die Kindergärten von Mandacaru liegen alle in einem Viertel, was durch Armut geprägt ist. Es herrschen dort viele Probleme.  Natürlich beeinflusst das die Kinder. Manche Kinder haben auch Läuse und obwohl die Eltern das wissen, unternehmen sie nichts. Sie interessiert es nicht, wollen es nicht einsehen oder es ist ihnen peinlich zuzugeben, dass das jeweilige Kind zum Beispiel Läuse hat. In Deutschland ist es ja relativ bekannt, dass man nicht nur Läuse bekommt, weil man sich nicht wäscht oder Ähnliches… Hier in Brasilien ist das anders. Wenn sich die Kinder auf meinen Schoss setzen, habe ich schon manchmal Angst auch welche zu bekommen, aber naja… dann wäre das halt so.
Ich arbeite zwar nur bis 17:00 Uhr, trotzdem bin ich echt jeden Tag ziemlich müde. Ich vermisse etwas die Arbeit in der Schule. Ich liebe es einfach dort zu sein, weil die Schüler einfach die Tollsten sind. Ein Junge (12 Jahre) hat mich besonders ins Herz geschlossen und begleitet mich auf Schritt und Tritt :D.

Spielzeit/Pause

Mein Karneval

Mein Karneval war super! Ich hatte überlegt an den Strand zu fahren, aber ich wollte lieber mit meinen Freunden hier in Pedro II feiern. Und es war absolut die richtige Entscheidung. Vier Tage lang haben Bands auf dem Platz gespielt. Ich habe viel gelacht, getanzt und hatte einfach nur Spaß. Mir wurde zwar gesagt ich muss aufpassen, aber ich habe keinen Ärger mitbekommen. Es wird immer gesagt, wenn viele Leute auf einem Haufen sind und Alkohol getrunken wird, kann es etwas heikler werden. Aber es war alles friedlich. Ich war mit zwei Freundinnen aus und unterwegs haben wir noch andere Freunde von mir getroffen. Es war alles super :).

Mein Karneval mit Freunden
Karneval im Kindergarten

Meine Freizeit

In meiner Freizeit besuche ich gerne noch ein Projekt von mehreren Frauen. Sie laden am Wochenende Kinder ein und machen mit ihnen Kunst. Dort bin ich immer herzlich willkommen und ich freue mich, wenn ich da sein kann. Ansonsten gehe ich immer noch sporteln. Ich brauche irgendwie Bewegung nach der Arbeit.  Ansonsten treffe ich mich gerne mit Freunden oder werde oft eingeladen, sei es in der Stadt oder auf dem Land. Wenn es eine Feier hier in der Stadt gibt, bin ich auch eigentlich immer mit dabei.

Naturschutz

In den Monaten, die ich schon hier bin, habe ich so unfassbar viel gelernt über meine Umwelt. Ich will euch nochmal kurz schildern, was es für Probleme in meiner Stadt, Pedro II, gibt. Also, wo fange ich an… es gibt viele Menschen, die ihren Müll einfach auf die Straße schmeißen oder nicht gut entsorgen. Es gibt viele Straßenhunde, die gerne die Tüten zerreißen und am nächsten Morgen liegt alles auf der Straße. Das groessere Problem dabei ist jedoch, dass viele Kinder in dem Müll spielen und ihn anfassen. Noch schlimmer wird es, wenn es regnet und das Wasser total verschmutzt ist. Das wenige Wasser, das es hier gibt, ist total kontaminiert. Dennoch nutzen viele Einwohner das Wasser als Trinkwasser. Wir haben einen Acude, eine Art Stausee, der die Stadt mit Wasser versorgt. Dieser hat jedoch total wenig Wasser und wenn, dann läuft nur dreckiges Wasser hinein. Ich war auf einem Seminar für Umwelt und es wurde gesagt, wenn es die nächsten vier Jahre nicht etwas mehr Regen gibt, wir der See versiegen. Zudem sind viele Flüsse nicht mehr vorhanden, da die Menschen hier schlecht mit ihnen umgegangen sind.

Auf dem Foto kann man es schlecht sehen, aber das ganze Wasser ist voll mit Abfall. Vor allem Plastik..
Die Müllkippe der Stadt

Bis dahin!

Eure Sara