Ruanda: 3. Rundbrief von Lisa Richertz

                                                                       Projekte

Seit ich hier bin sind nun 8 Monate vergangen. In dieser Zeit habe ich eine Menge gesehen, was nicht unbedingt dem entspricht, was ich gewohnt bin. Ich war nun auch in den umliegenden Ländern Uganda und Kenia. Um mal mit den banalen Dingen anzufangen, habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, wenn es in einem Restaurant oder einer Bar keine normalen Toiletten sondern nur Latrinen im Boden gibt.

Auch kein warmes Wasser zu haben, keine Küche und mangelnde Elektrizität sind für mich absolut zum Alltag geworden und ich hätte nicht gedacht, dass man sich so schnell an diese Dinge gewöhnen kann. Woran ich mich aber nicht gewöhnen kann sind Dinge, die mich emotional berühren. Genau um diese Dinge soll es in dem heutigen Rundbrief gehen.

Jeden Tag wenn ich mein Haus verlasse, begleiten mich Kinder auf meinem Weg, die nach Geld fragen oder mit meinen Haaren spielen wollen. An manchen Tagen ist es wirklich nervig so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, weil man selbst Lächeln muss, wenn man sich nicht danach fühlt. Doch auch mit diesen Dingen kann man noch einfach umgehen bzw. sie ab und an einfach ignorieren.

Nun möchte ich aber zu Situationen kommen, die mich emotional sehr beschäftigen und fast kein Tag vergeht an dem ich nicht darüber nachdenke. Und zwar geht es um obdachlose Menschen. Speziell habe ich in allen 3 Ländern am meisten Kontakt zu Straßenkindern gehabt.

Gerade in Kenia und Uganda sind die Kinder meist sehr stark drogenabhängig und gehören zu einem größeren Ring und müssen ihr gesammeltes Geld meist an andere abgeben. Wie geht man damit um, wenn man Kinder sieht die manchmal noch nicht mal so weit sind in die Schule zu gehen und sie fragen dich ob du ihnen etwas zu essen kaufen kannst.

Wahrscheinlich machst du es hin und wieder doch immer kannst du es dir auch nicht leisten und selbst wenn du ihnen was zu essen gekauft hast und siehst wo sie schlafen und wie sie behandelt werden, ist das Grundproblem immer noch nicht gelöst.

Eines der größten Probleme für mich ist auch, dass diese Kinder extrem körperlich misshandelt werden. Man sieht sie in der Gesellschaft schon gar nicht mehr als Mensch mit Rechten an sondern nimmt sich raus diese Kinder einfach ohne Vorwarnung zu schlagen und zu treten. Kann ein einzelner Mensch dieses Problem überhaupt lösen? Man sagt immer, dass das nicht möglich ist und dass man alleine sowieso nichts ändern kann.

Aber ich sehe das anders. Konstantin, mein Mitfreiwilliger und Charles ein Freund aus Ruanda, haben ein Projekt gestartet um genau für diese Kinder etwas zu ändern. Jedes Projekt startet klein weswegen wir damit gestartet haben uns regelmäßig am Wochenende zu treffen, privat bei Charles zu Hause, und wir haben mit den Kindern gespielt, gemalt, gesungen und haben ihre Wunden desinfiziert und mit Wundcreme behandelt, haben mit ihnen Zähne geputzt und ihnen Seife gekauft. Alles was wir bis jetzt gemacht haben, haben wir von unserem eigenen Geld bezahlt.

Allerdings wollen wir für die Kinder gerne etwas Nachhaltiges schaffen. Eventuell eine Unterkunft, Schulbildung und medizinische Versorgung. Wir versuchen größere Vereine zu finden die Lust haben unser Projekt zu unterstützen aber natürlich sind wir auch dankbar über jede Spende die wir bekommen können. Für die nahe Zukunft ist geplant den Kindern neue Kleidung zu kaufen, Decken und Matratzen für die Nacht, mehr Material um mit ihnen Englisch zu lernen und auch Dinge, die sie den Alltag vergessen lassen wie zb. Ausflüge oder Sportmaterialen um Fußball zu spielen.

Da ich mit der Kirche in Musanze zusammen arbeite, unterstützen mich die Priester wo sie können worüber ich sehr dankbar bin. Aber ohne direkte Hilfe aus Deutschland werden wir das Projekt nicht realisieren können. Neben meinem eigentlichen Projekt, der Grundschule, ist dieses Projekt etwas in das ich gerne meine Zeit investiere.

Denn wenn ich sehe wie die Kinder mit den einfachsten Dingen aufblühen lässt mich hoffen, dass wir es gemeinsam schaffen können diesen Kindern eine beständige und liebevolle Zukunft bieten zu können. Im Anschluss habe ich nun ein paar Bilder zusammengestellt womit ihr einen Eindruck von dem was wir machen bekommen könnt. Falls ihr Interesse daran habt etwas mehr darüber zu erfahren könnt ihre euch gerne unsere Facebookseite anschauen:

 

Einer der Jungs aus unserem Projekt
Einer der Jungs aus unserem Projekt
Einer der Jungs aus unserem Projekt
Einer der Jungs aus unserem Projekt
Einer der Jungs aus unserem Projekt
Einer der Jungs aus unserem Projekt

 

Leider sind diese Abflussrohre die Unterkunft der Kinder
Wir sind die, die hinter dem Projekt stecken.
Es sind immer zwischen 16-20 Jungs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falls ihr noch mehr dazu wissen wollt oder gerne helfen würdet,

schaut doch einfach auf unserer Facebookseite vorbei:

.facebook.com/harborofhoperwanda