Bolivien: 3. Rundbrief von Marie Hagenbourger

Bewegende Momente

Queridos,

Mittlerweile bin ich schon wieder seit einiger Zeit zurück in Deutschland, das ging schneller als erhofft. Zeit, um das Erlebte wieder Revue passieren zu lassen. Ich möchte Euch gerne auf eine Reise in meine letzten Monate nach Concepción mitnehmen. Bolivien: 3. Rundbrief von Marie Hagenbourger weiterlesen

Ruanda: 3. Rundbrief von Julius Dehne

Ruanda: 3. Rundbrief von Julius Dehne

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde, liebe Verwandte und Interessierte,

seit dem 2. Rundbrief ist sehr viel passiert, aber ich fange von vorne an…

Das neue Schuljahr hat begonnen und ich habe endlich wieder fast alle LehrerInnen und SchülerInnen getroffen, außer einem Lehrer, der eine neue Arbeitsstelle im Süden von Ruanda gefunden hat und somit nicht mehr am ETP unterrichtet. Jedoch gab es auch einige neue Lehrer. Einen Lehrer, der den Gegangen ersetzt, einen neuen Mathelehrer, einen neuen Englischlehrer und eine neue Lehrerin für Wirtschaftslehre.
Die neuen Lehrer kamen nicht alle direkt zu Schulbeginn, sondern mussten teilweise zuerst einen Test machen, ob sie dafür geeignet sind. Auch der Englischlehrer kam erst 3 Wochen später und so konnte ich dann in der Zeit davor aushilfsweise ein paar Klassen unterrichten. Dies fiel mir anfangs sehr schwer, denn zum einen war ich nervös das erst Mal alleine zu unterrichten und dann auch noch auf Englisch, zum zweiten waren die Klassen in den ich unterrichtet habe besonders groß, mit ca. 85 SchülerInnen. Es fühlte sich also mehr an als würde ich in einer Uni stehen. Des Weiteren hatte ich auch noch einen leichten Druck, da die Klassen die gleichen Prüfungen schreiben müssen, wie ihre Parallelklassen, also die, die von einem richtigen Lehrer unterrichtet werden. Aber insgesamt lief es doch sehr gut und mit jedem weiterem  Mal das ich mehr in den Klassen war, fiel es mir leichter und ich konnte auch mehr vermitteln.
Der neue Englischlehrer hat dann diese Klassen übernommen und ich habe ihn dann beim Unterrichten begleitet, da man so viel besser mit der Menge an SchülerInnen arbeiten kann.

Dieser enorme Anstieg an Lehrern ist für die Schule und die SchülerInnen sehr gut, jedoch für mich auch bisschen schlecht. Als noch nicht genügend Lehrer da waren, bin ich öfters in verschiedene Klassen gegangen und habe mit ihnen Verschiedenstes gemacht, häufig war es weiterer Englischunterricht, vor allem in gesprochenem Englisch und mit Fokus auf die Fehler, die ich häufiger in den Klausuren der SchülerInnen gelesen habe. Von Einigen habe ich dann auch eine Rückmeldung bekommen, dass sie das gut fanden und teilweise wurde auch der Englischlehrer gefragt, warum er das nicht unterrichten würde. Das hat mich dann doch etwas stolz gemacht.
Durch die neuen Lehrer und einen sinnvollen Stundenplan, der dann erst erstellt wurde, war jedoch nur noch sehr selten eine Klasse frei, wodurch ich dann wieder öfters andere Lehrer begleitet habe.

Die neu gebauten Klassenräume

Es kamen auch viele neue SchülerInnen an unserer Schule, wodurch es nun ca. 950 sind. Somit mussten dann auch neue Klassenräume gebaut werden und der Computerraum vergrößert werden.

Am ersten Februar ist ein  Feiertag zum Gedenken der Helden. Dieser fiel dieses Jahr auf einen Samstag, wodurch die Feierlichkeiten schon am Freitag stattfanden. Hierzu bereiteten die SchülerInnen einige Tänze vor und studierten verschieden Sprechchöre ein, die dann am Freitag vorgetragen wurden. Zu der Feier kamen auch einige Angestellte vom Distrikt Büro, jedoch mit großer Verspätung weshalb schon einige andere Gäste wieder gegangen sind. Das hatte dann die Konsequenz, dass die Feier in kleinerem Umfang 1,5 Wochen später wiederholt wurde. Die Feier am Freitag fand ich sehr interessant, ich habe leider vieles nicht verstanden, doch mir wurde einiges übersetzt. Vor allem fand ich es sehr schön die traditionellen Tänze anzuschauen, zudem diese von den SchülerInnen des ETP vorgetragen wurden.

Die SchülerInnen studieren Sprechchöre ein

Anfang März hatte ich dann mein Zwischenseminar im Süden von Ruanda. Der kleine Ort Kibeho, in dem es stattfand, ist relativ bekannt, da es hier eine heilige Quelle gibt, die in Folge einer Marienerscheinung entstanden sein soll. Das Zwischenseminar war sehr
schön. Man konnte sich endlich mal wieder auf Deutsch unterhalten und vor allem mit anderen, die ähnliche Erfahrungen in den letzten Monaten gemacht haben. Durch diesen Austausch konnte man auch einige Tipps bekommen, was man in Zukunft anders machen könnte, um einen noch besseren Freiwilligendienst zu haben.
Bereits hier haben wir die ersten Meldungen von der Corona-Krise bekommen, aber nicht geahnt welche Konsequenzen es haben könnte.

Nach dem Zwischenseminar hat mich noch eine Freiwillige aus Uganda für ein paar Tage besucht.
Ich bin dann aber schon wieder in die Schule gegangen, da die Examen bereits angefangen haben und dort eingeteilt war zum Helfen. Es hieß also wieder Arbeiten abzählen, diesmal für 18 Räume, zusammentackern und viel Aufsicht machen. Ich war am Anfang wieder in den zwei Essenshallen unterwegs und hätte zum Ende der Examen auch mal alleine Aufsicht machen sollen. Die Arbeiten dauert diesmal nicht so lange, wodurch ich gegen 2 Uhr meistens die Schule wieder verlassen konnte. Auch habe ich wieder ein bisschen korrigiert, diesmal auch die Texte, da ich dazu einen relativ klaren Erwartungshorizont vorgegeben bekommen habe.
Es wurden jedoch nur eine halbe Woche Arbeiten geschrieben. Am Sonntag den 15.3 wurde sie wegen den ersten Coronafällen in Ruanda abgeschlossen.

Am Montagabend bekam ich dann eine E-Mail von meiner Organisation, dass ich möglichst bald nach Deutschland zurückkehren solle. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat alle Freiwilligendienste über weltwärts abgerochen. Das war für mich ein großer Schock und auch sehr traurig. Hinzu kam, dass einige LehrerInnen, genauso wie die SchülerInnen, nach Hause gefahren sind über das Wochenende und wegen der Schulschließung nicht zurückgekehrt sind. Ich konnte mich somit von vielen Menschen nicht verabschieden. Ich buchte also einen Flug, der jedoch aufgrund von einer Schließung des Flughafens in Ruanda wieder gestrichen wurde. Die Abreise wurde also noch stressiger, da ich noch früher in die Hauptstadt fahren musste. Somit flog ich bereits am 20.03 nach Frankfurt und konnte mich auch nicht mehr von meiner Gastfamilie in Kigali verabschieden. Ich konnte den Beschluss des Ministeriums zu der Zeit nicht nachvollziehen und war auch sehr traurig darüber.
Momentan bin ich jedoch froh in Deutschland zu sein, da auch in Ruanda nun eine strikte Ausgangssperre herrscht und ich hier wenigstens nicht alleine wohne.

Abschied am Flughafen

Auch wenn mein Freiwilligendienst nun vorbei, werde ich sobald wie möglich wieder nach Ruanda zurückkehren und mich dann richtig von allen zu verabschieden.

Dies war nun auch mein letzter Rundbrief, ich hoffe auch diesmal, dass er euch gefallen hat.

Ich danke euch für die Unterstützung bei meinem Freiwilligendienst und wünsche alles Gute.

Liebe Grüße

Julius

Aussicht auf Nyarurema und Buguma

Uganda: 2. Rundbrief von Katja Hopf

Liebe Familie, Freunde, Bekannte und Interessierte,

die Zeit rast und mittlerweile bin ich schon seit einem halben Jahr in Uganda. Die vergangenen Monate waren unglaublich spannend für mich, da ich nicht nur viel Zeit in meinem neuen Zuhause verbrachte, sondern die langen Schulferien in Uganda auch zum Reisen nutzen konnte. Außerdem stand natürlich das erste Weihnachtsfest ohne meine Familie vor der Tür, wovon ich Euch auch gerne berichten möchte. Uganda: 2. Rundbrief von Katja Hopf weiterlesen

1. Rundbrief Burkina Faso – Jana Gratz

Liebe Familie, Freunde, Bekannte und Interessierte,

ich hoffe, dass es euch allen gut geht und ihr das kalte Herbstwetter gut übersteht.

2 ½ Monate sind nun schon vergangen, seit ich mich am 24.08.2019 in Frankfurt am Flughafen für 13 Monate von Deutschland und somit von allem, das ich bisher kannte, verabschiedet habe. Ouagadougou, Burkina Faso hieß das Ziel, an das mich das Flugzeug bringen sollte, um dort meinen Freiwilligendienst zu erleben.

Jetzt sitze ich hier in Banfora im Foyer Sainte Monique und versuche meine ersten Eindrücke und Erfahrungen in diesem Rundbrief festzuhalten und mit euch zu teilen.

 

Abschied und Ankunft

Der Anfang von diesem ganz besonderen Jahr beginnt mit einem Abschied. Abschied von meiner Familie und meinen Freunden. Abschied von meiner gewohnten Umgebung.

Ich muss sagen, dass es mir schwergefallen ist, geliebte Personen zu umarmen, mit dem Wissen, dass es das letzte Mal für ein Jahr sein wird. Und natürlich ist auch die ein oder andere Träne geflossen. Trotzdem weiß ich es zu schätzen, dass ich Menschen habe, die es einem so schwer machen zu gehen.

Nach der Kontrolle ging dann alles ganz schnell, und nach einem Umstieg in Brüssel war ich 8 ½ Stunden nach meinem Abflug in Frankfurt schon in Ouagadougou – der Hauptstadt Burkina Fasos.

Ich wurde von meiner Vorgängerin Judith und von Alina, die in der deutschen Botschaft arbeitet, abgeholt und zu Alina gebracht.

Auf dem Weg dorthin und auch schon vorher am Flughafen wurde ich total überwältigt und war fasziniert, von der Welt, die so anders zu sein schien als mein Zuhause. Die Häuser und Menschen sahen anders aus, der Verkehr schien wohl völlig ohne Regeln zu laufen und die Grundeinstellung der Menschen schien so viel offener als bei uns.

Das Einzige, das ähnlich war, waren die Temperaturen, die zu der Zeit auch in Deutschland noch 30 Grad erreichten.

Meinen ersten Abend verbrachte ich dann mit Judith und Alina bei ihren Arbeitskollegen. Es wurde gespielt, Pizza gegessen und geredet. Einen besseren Empfang hätte man sich kaum wünschen können.

Burkina Faso von oben
Ausblick auf die Sahara

 

 

 

 

 

 

Auf nach Banfora

Der nächste Tag handelte ebenfalls von Ankunft. Dieses Mal war das Ziel Banfora. Das ist der Ort, an dem ich jetzt bei den Schwestern lebe und arbeite; mein neues Zuhause.

Mit dem Bus machten Judith und ich uns morgens auf den Weg und mit jeder Stunde, die wir zurücklegten, wurde die Landschaft grüner. Die Natur hier in Banfora ist echt ein kleines Träumchen.

Ich freute mich schon richtig alle kennenzulernen, doch da noch Ferienzeit war, konnte ich nur 2 der Schwestern sowie Flo und Angèle, die in der Küche arbeiten, begrüßen.

                             

 

Die ersten Wochen

 

Auf einer Hochzeit zu der uns die Tochter des Pfarrers eingeladen hat (wir kannten das Brautpaar nicht)

Meine ersten drei Wochen verbrachte ich mit Judith. Sie zeigte mir die Gegend hier und    nahm mich im Grunde genommen einfach überall hin mit. Ich begleitete sie zu ihren Freunden, ihrem Musiklehrer, zu ihrer Dioula-Lehrerin (das ist hier die meistverbreitete Sprache), ihrem Schneider, oder einfach auf den Markt. Es war schön, jemanden zu haben, der einem viele Dinge und Umstände einfach erklären konnte und dazu auch noch deutsch spricht. Denn auch wenn die Menschen hier in Burkina im Prinzip ja genauso sind wie wir auch, gibt es schon einige kulturelle Unterschiede, die mich hin und wieder überraschen.

Nach und nach trudelten dann auch langsam die anderen Schwestern ein und füllten die Communauté mit Leben. Nach Judiths Abreise konnte ich dann die Aspirantinnen (die Nonnen werden wollen) und die Postulantinnen (die schon in der Ausbildung sind) kennenlernen, da diese auch aus ihren Ferien zurückkamen.

Als Judith nach 3 Wochen weg war, musste ich meinen Alltag selber gestalten. Schließlich hatte ich ja noch unbegrenzt Freizeit, weil meine Arbeit erst im Oktober, zum Schulanfang beginnen sollte. So ging ich alleine auf den Markt, arrangierte Treffen, ging spazieren und einmal war ich sogar auf einem Workshop, um Accessoires aus Pagne (der traditionelle Stoff hier) herzustellen. An dieser Stelle muss ich mich wirklich bei Judith bedanken; denn auch wenn ich viel Eigeninitiative zeigte und die Leute selber ansprach, hatte ich deren Bekanntschaft doch oft nur durch Judiths Hilfe gemacht. So wurde mir das Ankommen echt erleichtert.

Zudem fing ich an Bücher über das Thema Aufklärung zu lesen, um mich auf meine Arbeit, der Aufklärung von Jugendlichen in Schulen, vorzubereiten.

Außerdem gab es natürlich auch hier in der Communauté immer wieder kleine Aufgaben, die zu erledigen waren. So ist es hier in meinem Alltag oft der Fall, dass ich am Tag davor noch überhaupt nicht weiß, was der nächste Tag bringen wird. Oft nehme ich mir zwar etwas vor; ob das im Endeffekt jedoch stattfinden kann, ist eine andere Sache. Es scheint aber, dass dies irgendwie burkinisches Flair ist:  Es kommt eben wie es kommt und alles ist spontan. So ändern sich Pläne eben, wenn etwas dazwischenkommt.

 

Arbeit

 

Schon in meinen ersten Wochen habe ich zusätzlich in einem anderen Projekt mitgeholfen. Dem „Centre der Garibou“. Dort kann ich, wenn ich Zeit habe, dreimal die Woche vormittags vorbeischauen. Die Garibou sind Koranschüler, die täglich auf der Straße betteln müssen und somit keine Möglichkeit auf eine Schulausbildung haben. Von ihnen gibt es hier in Banfora ungefähr 700 Stück. Im Centre haben die Kinder die Möglichkeit zu spielen, werden betreut, kriegen zu Essen und es wird versucht ihnen durch Vermittlung von Ausbildungsberufen zu helfen. Es macht mir einfach Spaß meine Zeit dort zu verbringen und zu sehen wie die Kinder, trotz ihres Schicksals, doch immer wieder einen Grund zum Lachen finden. Dieses Durchhaltevermögen kann man wirklich bewundern.

 

Doch dieses Projekt ist ja nur eine zusätzliche Beschäftigung.

Anfang Oktober kamen nämlich endlich die Mädchen im Foyer an. Es sind auf einen Schlag 50 neue Gesichter und somit auch 50 neue Namen gewesen. Mittlerweile kenne ich jedoch alle. Die Mädchen sind sehr aufgeschlossen und interessieren sich total für mich. Es ist wirklich schön, dass ich einfach so aufgenommen werde und quasi dazugehöre, obwohl sie mich ja am Anfang nicht kannten. Aber dieses Gefühl hat man hier immer wieder. Hier herrscht solch eine Herzlichkeit, welchee ich nur bestaunen kann.

Ich gehe jeden Tag rüber ins Foyer, um mich mit den Mädchen zu unterhalten und mittlerweile haben wir echt viel Spaß zusammen, lachen, aber haben auch intensivere Gespräche. Dabei versuche ich keinen zu kurz kommen zu lassen, was mir leider nicht immer ganz so gut gelingt (glaube ich zumindest).

 

 

 

 

 

Abends mache ich dann mit den Mädchen Hausaufgaben und helfe, wo ich kann, wenn es Fragen gibt. Meistens handelt es sich um Englisch. Ich muss ehrlich sein; von einer Fremdsprache in die andere zu übersetzen ist wirklich gewöhnungsbedürftig und manchmal bin ich dann doch froh, wenn ich meinen Freund, den Übersetzer, um Hilfe bitten kann. Aber ich gewöhne mich immer mehr daran. Ich helfe auch in Deutsch, was hier tatsächlich als einzige zweite Fremdsprache gelehrt wird und manchmal auch in anderen Fächern.

 

Weiterhin arbeite ich hier in einem Bereich, von dem ich mir niemals hätte träumen lassen. Ihr dürft mich ab sofort Jana die Technikerin und Informatikerin nennen. Vier Stunden in der Woche gebe ich mit einem anderen Mann zusammen Computerunterricht für die Mädchen, in dem sie lernen mit Word und Excel umzugehen. Außerdem habe ich dem Lehrer geholfen neue Fernseher zu installieren.

Zu dem Informatikunterricht muss ich ehrlich sagen, dass ich selber noch was lernen kann und ich im Allgemeinen auch eher eine assistierende als eine lehrende Funktion habe.

 

In der letzten Woche kam dann, mit der Ankunft eines Mädchens, noch eine weitere Aufgabe hinzu.

Ihr Name ist Nina und mit ihr werde ich in den folgenden Monaten ein bestimmtes Thema behandeln – Deutschland. Die Sprache, Kultur…

Denn genauso wie ich hat sie sich dazu entschlossen ein Jahr freiwillig in einem fremden Land zu leben und zu arbeiten. Allerdings ist ihr Ziel nicht Burkina Faso, sondern Deutschland.

Jetzt versuche ich sie, so gut es eben geht, auf ihren Dienst vorzubereiten, damit sie Anfang Februar einen tollen Start haben wird.

Nina und ich

Allgemeines

Ich muss sagen, dass ich mich hier nun richtig wohl und schon irgendwie zuhause fühle. Ich habe mich an das Leben, die Kultur und den Alltag gewöhnt. So erscheint es mir nicht mehr komisch, wenn alle Kinder mir hinterherlaufen und „tuvabu“ oder „la blanche“ (die Weiße) rufen. Ebenso wie ständig von jedem begrüßt und gefragt zu werden, wie es einem geht. Ich glaube in meinen 3 Monaten in Burkina, wurde ich dies schon öfter gefragt, als in meinem ganzen Leben in Deutschland. Außerdem wird man öfters angesprochen, ob man sich nicht dazu setzen will oder man verwickelt sich in Gespräche auf der Straße, in kleinen Läden und auf dem Markt. Einmal bin ich beispielsweise nur losgezogen, um mein Handyguthaben aufzuladen und kam dann fast zwei Stunden später aus dem Laden heraus, weil der Verkäufer und ich uns einfach über alles Mögliche unterhalten haben. Eine solche Situation hätte ich mir vorher niemals vorstellen können.

Aber genau diese Spontanität und Offenheit ist das, was mir hier so gefällt.

Auch wenn es einem in manchen Situationen den letzten Nerv rauben kann, wenn manche Menschen sich nur an ihre persönliche Uhr halten und zu Treffen viel zu spät oder gar nicht erscheinen, habe ich mich mit der Zeit schon etwas darauf eingestellt und merke, dass ich doch „deutscher“ war, was Pünktlichkeit betrifft, als ich vorher angenommen hatte.

 

Doch eine Sache ist mir wirklich klar geworden:

Es sind einfach kleine Dinge wie Handlungen, Gesten oder Gespräche mit Anderen, die mir hier jeden Tag ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und mir dadurch „den Tag machen“.

Und so kann ich sagen:

Es sind einzig und allein die Menschen, die das Leben lebenswert machen.

 

Das war es auch schon mit meinem 1. Rundbrief und ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick in mein neues Leben geben konnte. Ich musste leider viele Sachen auslassen, die ich noch gerne erzählt hätte, weil es ja nur ein Brief und eben kein Buch werden soll. Damit meine ich Dinge, die vielleicht auch nicht mich speziell, sondern das Leben im Allgemeinen betreffen. Trotzdem beschäftigen mich diese Dinge, wie z.B. das Schulsystem, die Umweltsituation und noch vieles mehr. Deshalb freue ich mich total, wenn ihr mir eine Rückmeldung gebt oder Fragen stellt, wenn ihr noch welche habt.

Vielleicht könntet ihr mir ja auch Themen schreiben, die euch in meinen nächsten Rundbriefen interessieren würden.

 

Somit verabschiede ich mich von euch mit einem für Burkina typischen

„Bye bye!“

 

Bis zum nächsten Mal und weiterhin alles Gute!

Eure Jana

 

Es folgen noch ein paar Eindruecke in Form von Bildern!

Mein Zuhause und der Ausblick auf Banfora
Ngoniunterricht (so heisst das Instrument)

 

 

 

 

 

 

Spielenachmittag
bei den Wasserfaellen in Banfora

 

Alina (Botschaft) zu Besuch in Banfora

Bolivien: 1. Rundbrief von Sinja Scheuer

Liebe Familie, Freundinnen, Freunde und Unterstützende!

 Wow! Jetzt bin ich schon knapp über 3 Monate hier in Bolivien, wie schnell die Zeit vergeht. Mehr als 85 Tage lebe ich nun in diesem wunderschönen und sehr vielseitigen Land Bolivien. Ja und jetzt sitze ich hier in meinem Garten, mit meinem Laptop und rieche nur so förmlich den Duft der erblühenden Blumen. Dabei starre auf meinen Laptopbildschirm und frage mich wie ich den ganzen Input in meinem Kopf in einen Rundbrief packen soll?
Also, dann fange ich mal ganz von vorne an: Bolivien: 1. Rundbrief von Sinja Scheuer weiterlesen

Ukraine: 2. Rundbrief von Samira Christmann

Liebe Leser*innen,

Wahnsinn, wie schnell die Zeit schon wieder vergangen ist. Es ist schon wieder so viel passiert, als dass ich es mal wieder gar nicht in drei Monate packen könnte. Um Euch also nicht länger warten zu lassen, hier ein kleiner Vorgeschmack was so auf Euch zukommt: Die Malteser Nikolausaktion, der Ball, ein Wochenendtrip nach Kiev, Tanzen, Fieber, Internationaler Tag der Behinderung, 2 Weihnachten für mich: Weihnachten in Deutschland und die Weihnachtstage in Ivano, der gescheiterte Einreiseversuch nach Weißrussland, eine Abschiedsparty. Seid gespannt und nun viel Spaß beim Lesen ! 🙂 

Ukraine: 2. Rundbrief von Samira Christmann weiterlesen

Jordanien: 2. Rundbrief von Moritz Küsters

Jordanien: Freizeit, Reisen, Probleme

Mittlerweile sind bereits fünf Monate ins Land gezogen und die erste Hälfte meines Freiwilligendienstes nähert sich langsam dem Ende. Die jordanische Kultur ist mir mittlerweile einigermaßen vertraut und nicht alles ist mehr so „aufregend“, „neu“ und „fremd“ wie in den ersten Monaten. Jordanien: 2. Rundbrief von Moritz Küsters weiterlesen

Bolivien: 1. Rundbrief von Eva-Lotte Müller

Liebe Familie und liebe Freunde zu Hause & in der ganzen Welt,

ich freue mich euch endlich meinen ersten Rundbrief senden zu können und euch die letzten 5 Monate ein bisschen mitempfinden zu lassen. Es scheint mir unmöglich all das Erlebte in Worte zu fassen und dieses Land in einen Brief einzufangen, aber ich hoffe ihr könnt euch ein möglichst buntes Bild machen.. ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! Bolivien: 1. Rundbrief von Eva-Lotte Müller weiterlesen

Bolivien: 2. Rundbrief von Marie Hagenbourger

Concepción – bolivianische Vielseitigkeit, Spontaneität, Kreativität, Politik

Liebe Interessierte an Bolivien,
Die Orte in der Chiquitania (der Region, in der Concepción liegt) gehen u.a. auf Jesuitenreduktionen zurück. In der Zeit der Missionierung sind hier autarke Stätten entstanden, die ohne den Einfluss von außer­halb selbstständig leben konnten und somit weitestgehend von der Ausbeutung verschont blieben. Hieraus sind auch zahlreiche Missionen entstanden, in denen fleißig musiziert wurde, vor allem mit Streichinstrumenten. Die Orchester spielen klassische barocke Stücke. In Concepción wurden bei Restaurierungsarbeiten zahlreiche barocke Partituren (von Messen) gefunden, die ein­malig sind und für verloren geglaubt wurden. Noch heute hat sich „meine“ Musikschule diese Stücke auf die Fahnen geschrieben und studiert diese Stücke fleißig ein. Die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Barockkirchen, davon sind 6 übergeblieben, wurden aufwändig restauriert und 1990 als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Ich möchte euch noch einmal mit auf eine kleine Reise nach Concepción nehmen und von den letzten 3 Monaten berichten:

Bolivien: 2. Rundbrief von Marie Hagenbourger weiterlesen

Ukraine: 1. Rundbrief von Samira Christmann

Liebe Leser*innen,

mein Name ist Samira Christmann, ich bin 19 Jahre alt, komme aus Münstermaifeld-Metternich und habe dieses Jahr mein Abitur gemacht. Der Malteser Hilfsdienst in Ivano-Frankivsk , in der Ukraine,  ist meine Einsatzstelle. Am 29. Juli 2019 startete ich mein Abenteuer. Seit dem ist schon so einiges passiert von Zügen die fast verpasst wurden, über kiloweise geschältes Gemüse bis hin zum Lernen des kyrillischen Alphabetes. In meinem ersten Rundbrief möchte ich euch gerne von meiner aufregenden Anfangszeit in der Ukraine berichten. Viel Spaß beim Lesen ! 😉
Ukraine: 1. Rundbrief von Samira Christmann weiterlesen