Bolivien: 4. Rundbrief Lara Burg

Liebe Freunde, liebe Familie, lieber Solikreis!                                                              27.04.2020

Niemals hätte ich vor drei Monaten, als ich euch meinen 3. Rundbrief geschrieben habe, gedacht, dass mein nächster der letzte und von meinem Schreibtisch in Mertesdorf aus geschrieben sein wird. Wie jeder auf diesem Planeten, wurde natürlich auch ich von den Auswirkungen der Coronakrise getroffen und musste auf den Aufruf des BMZ und weltwärts hin nach Deutschland zurückkehren. Nun sitze ich also hier und denke, dass ich euch zumindest noch von meinen letzten Wochen/Monaten, bevor das Chaos begann erzählen kann:

 

Schulbeginn und Projektwechsel

Anfang Februar begann das neue Schuljahr. Schon in den Tagen davor liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren und Eltern kamen, um ihre Kinder für das Schuljahr einzuschreiben. Zu der Zeit war auch Isabel aus La Paz zu Besuch und kam mit den Freiwilligen zur Arbeit, um sich mit den Chef*innen auszutauschen und die Projekte nochmal in Aktion zu sehen. Wir klärten bei ihrem Besuch unter anderem ab, wie ein Projektwechsel aussehen könnte. Da von Anfang an klar war, dass ich das Projekt nicht ganz verlassen würde, da ich mich schon gut in das Kollegium und die Schulgemeinschaft eingelebt hatte und durchaus ein paar Aufgaben erledigen konnte, entschieden wir, dass ich drei Tage der Woche, wie vorher, in den Schulen arbeiten würde. Meine neuen Aufgaben bestanden (vormittags) daraus die beiden Sekretärinnen und Frida (Direktorin) zu unterstützen und (nachmittags) eine Schülerzeitung mit der Promoción zu erstellen. Während sich das Erstellen und vor allem das Motivieren der Schüler*innen für die Zeitung zunächst noch etwas schwer darstellte, machte mir vor allem die Arbeit vormittags Spaß. Unter anderem ging ich durch die Klassen, um die Anwesenheit der Schüler*innen zu checken und hatte dadurch direkten Kontakt zu den Klassen (und durfte üben den ein oder anderen sehr komplizierten Nachnamen auszusprechen).

Die anderen beiden Tage meiner Arbeitswoche verbrachte ich in der guardería Nazareth, einem Vorkindergarten mit Kindern im Alter von sechs Monaten bis vier Jahre. Mein erster Arbeitstag war gleichzeitig auch der erste Tag nach den großen Ferien, sodass es viele neue Kinder und somit auch Arbeit gab. Von meiner Chefin Marisol wurde ich kurz durch das Gebäude geführt und den anderen Tías vorgestellt und schon ging es für mich in die jüngste Gruppe. Die sala amarilla besteht aus etwa 13-15 Babies im Alter von 6-18Monaten, die schon alle (weinend) auf mich warteten. Die beiden Tías, die die Gruppe leiten, empfingen mich sehr freundlich und zu dritt versuchten wir die Kinder, die alle aufgrund des ersten Tages sehr aufgeregt waren, zu beruhigen. Von acht Uhr morgens bis halb fünf nachmittags bietet die guardería den Kindern einen heimeligen Ort, an dem mit den Tías gespielt, gekuschelt und gegessen wird, was eine sehr familiäre Stimmung erzeugt, wodurch auch ich mich direkt wohl fühlte. Auch wenn ich leider nur fünf Wochen dort gearbeitet habe, habe ich die Kinder schon sehr in mein Herz geschlossen und bin ganz berührt von der Entwicklung, die ich in so kurzer Zeit beobachten konnte. Wo am Anfang noch mindestens vier Kinder gleichzeitig am Weinen waren, spielten wir später lachend mit allen gleichzeitig und konnten auch miterleben, wie manche laufen lernten.

Schlafenszeit heißt nicht gleich schlafen…

Hermandad-Seminar

Mitte Februar teilte Isabel den Freiwilligen aus Santa Cruz mit, dass wir zu einem Hermandad-Seminar in Sucre eingeladen wären. Die Hermandad feiert dieses Jahr ihr 60-jähriges Partnerjubiläum mit dem Bistum Trier und hat neben vielen anderen Events dieses Jahr auch eine dreiteilige Seminarreihe geplant, bei der Mitglieder der Hermandad gemeinsam über deren Grundsätze und Aktionen philosophieren und diskutieren. Wir Freiwilligen freuten uns sehr, nicht nur über die Chance nach Sucre zu kommen, sondern vor allem die Hermandad besser kennen zu lernen und zu verstehen. Ein Wochenende lang verbrachten wir also in einem sehr bunten Plenum, bestehend aus jahrelangen Mitgliedern der Hermandad, Projektleitern, ehemaligen Freiwilligen, den deutschen Freiwilligen und zu guter Letzt natürlich aus einigen Ordensschwestern und Padres, sowie dem Monseñor höchstpersönlich. Neben vielen brodelnden Diskussionspunkten war es schön zu sehen, dass wir alle einen gemeinsamen Punkt hatten, nämlich die Vision an einer Gemeinschaft zu arbeiten, die für uns alle etwas Besonderes darstellt.

 

El Carnaval Boliviano

Auch wenn ich absolut kein Karnevalsmensch bin, freute ich mich schon lange im Voraus darauf, das bolivianische Karneval kennen zu lernen. Vor allem von dem Karneval in Oruro, der besonders bunt, festlich und ausgiebig gefeiert wird, hatte ich schon viel gehört. Aber auch in allen anderen Regionen des Landes wird Karneval schön und intensiv gefeiert.

Meine Kollegin Dolly, die ein Haus auf dem Land in der Nähe von Mataral hat, lud mich schon im Dezember ein über Karneval mit ihrer Familie mit zu kommen. Auf den Dörfern finden, nicht so groß, wie in den Städten (aber trotzdem sehr spaßige) Umzüge statt, was mich sehr an das deutsche Karneval erinnert hat. Die einzelnen Gruppen oder Wägen haben immer eine Region als Thema, von der dann die typischen Trachten getragen werden, Musik gespielt wird und kleine Snacks verteilt werden. Außerdem gibt es im Tiefland um Santa Cruz, den Brauch mit Schaum und Farbe zu sprühen und sich kleine Schlachten zu liefern. Das Wochenende war wirklich unglaublich schön, da wir rundherum um die Feier auch viel Zeit am nahegelegenen Fluss verbringen konnten und auch eine kleine Wanderung zu einer Kuhweide nicht fehlte. Dort tranken wir dann, wie schon bei meinem letzten Besuch auf dem Land, frische Milch mit Singani und Cafe al Coñac, ein paar Musiker spielten Musik und wir tanzten (mehr oder weniger begabt) den ganzen Tag.

 

 

Karneval auf dem Land.

 

Umzug, ein paar Katzen und Ausnahmezustand kein Ausnahmezustand mehr

Anfang März war es soweit und ich konnte umziehen. Nachdem ich die letzten sechs Monate mit einer Gastfamilie von der Nachmittagsschule gelebt hatte, freute ich mich sehr auch noch den Rhythmus einer anderen Familie kennen zu lernen und zu Frida (meiner Vormittagschefin) und Vanessa (ihrer Tochter) zu ziehen. Das Zusammenleben mit den beiden klappte auf Anhieb sehr gut, da wir ja auch schon befreundet waren und ich nun außerdem Raum für mich selbst hatte. Auch die drei Katzen, die ich gefunden hatte, erst Pepe (mittlerweile ein richtiger Wonnepropen) auf der Straße und später Gorda und Flaca auf dem Markt (haben es aber leider nicht geschafft, weil zu klein) nahmen wir in die Hausgemeinschaft auf. Zu dem Zeitpunkt fühlte ich mich sehr wohl und war unglaublich froh, wie sich meine Zeit in den vergangenen acht Monaten dort entwickelt hatte. Dass der Corona-Virus sich auch zu unseren Leben anbahnte war noch lange nicht real und in unseren Köpfen weit entfernt. Selbst als die ersten drei Fälle in Bolivien bestätigt wurden und die ersten Maßnahmen der Regierung beschlossen wurden und der Unterricht im ganzen Land suspendiert wurde ahnten wir noch nichts von dem Ausmaß. Am 16.3. saß ich grade beim Frühstück, als die Nachricht wie ein Schlag eintraf. Alle weltwärts Freiwilligen werden aufgefordert umgehend nach Deutschland zurück zu kehren. Abgesehen von der allgemeinen Unverständlichkeit, zurück zu kehren, wo doch in Deutschland alles viel schlimmer schien und der Tatsache, dass Bolivien kurz davor stand alle internationalen Grenzen zu schließen, konnte ich einfach nicht glauben, dass alles mit einem Schlag vorbei sein sollte. Da lebt man Monate lang in einer anderen Kultur, lebt sich ein, macht Leute nicht nur zu Freunden, sondern zur zweiten Familie und dann wird einem der Unterschied, die Privilegien, die man als deutscher Staatsbürger hat (nämlich zum Beispiel ausgeflogen zu werden) ins Gesicht geklatscht. Au. Die ersten Tage konnten wir alle es kaum fassen. Gleichzeitig stellte sich aber auch immer dringender die Frage, wie wir denn nun nach Deutschland kommen sollten, wo es kaum mehr Verbindungen gab, der Druck von deutscher Seite aber immer größer wurde. Letztendlich sollten wir an einer Rückholaktion der deutschen Botschaft teilnehmen. Die letzte Woche vor der Abreise verbrachten wir zu sechst in Fridas Haus. Viktoria, eine Mitfreiwillige kam aus ihrem Projekt nach Santa Cruz, weil auch der Landverkehr fast ganz eingestellt wurde und nicht klar war, wann genau wir fliegen. Im Grunde hätte es von jetzt auf gleich losgehen könnten. Ebenso zogen Mara und Sarah ein, zwei ehemalige Freiwillige, die zu Besuch waren und eigentlich durch das Land reisen und Freunde besuchen wollten. Obwohl die ganze Situation komplett absurd, verrückt und sehr traurig war, bleibt mir die letzte Woche unter Quarantäne wohl für immer als schön in Erinnerung, weil wir ein sehr schönes Grüppchen waren und uns gegenseitig ermunterten die vorerst letzten gemeinsamen Tage noch zu genießen.

Am 27.3. verbrachten wir dann einen allerletzten und unglaublich nervenaufreibenden Tag in Bolivien, am Flughafen. Ohne jetzt die ganze Story zu erzählen: Es war bis eine Stunde vor Abflug völlig unklar, ob wir alle fliegen können.  Als wir später abhoben, fiel der ganze Stress ab und die unglaubliche Realität wurde Wirklichkeit.

 

Wieder in Mertesdorf

Nun bin ich also wieder hier. Auch wenn ich im Nachhinein einige Entscheidungen besser verstehen kann, als vorher macht mir die Sache mit den Privilegien doch ziemlich zu schaffen. Dinge wie Social-Distancing oder das Tragen von Schutzkleidung, überhaupt: ein Dach über dem Kopf zu haben, sollte man grade in diesen Zeiten nicht als selbstverständlich erachten. Wieder hier zu sein, bedeutet für mich persönlich aktiv mit gewissen Problematiken konfrontiert zu sein, die es auch schon vor Corona gab.

Während ich mich langsam wieder eingewöhne und mich natürlich trotz allem auch freue meine Familie und Freunde wieder zu sehen, hoffe ich einfach, dass das alles einen Sinn hat und jeder die Zeit nutzt, sich über gewisse Dinge klar zu werden, die dieser Welt vielleicht einen Schritt weiterhilft.

 

Ich freue mich euch irgendwann wieder aus nächster Nähe zu sehen,

eure Larita 😊

Bolivien: 3. Rundbrief Lara Burg

Liebe Familie, liebe Freunde, lieber Solikreis!

Die Zeit fliegt! Ganze drei Monate sind nun schon seit meinem letzten Rundbrief vergangen und natürlich habe ich in der Zwischenzeit so Einiges erleben dürfen!

Nachdem der paro civico (Streik) und die politischen Unruhen, in denen mein letzter Brief veröffentlicht wurde, noch einige Zeit weiter gingen, vergingen auch die letzten Schulwochen nach dem Rücktritt des Ex-Präsidenten Evo Morales und vor den Sommerferien wie im Flug. Seit Mitte Dezember konnte ich dann meine arbeitsfreie Zeit nutzen, um zu Reisen und Bolivien und Südamerika kennen zu lernen.

Aber erstmal der Reihe nach:

20.Oktober 2019 bis 10. November 2019

Nachdem am 20. Oktober die Präsidentschaftswahlen stattgefunden hatten und der einerseits geliebte, aber auch sehr umstrittene ehemalige Präsident Evo Morales zum wiederholten Male und unter fragwürdiger Legitimität zum Präsidenten ernannt wurde, brach in Bolivien ein Chaos der Meinungsverschiedenheiten aus. Nicht unüblich für Situationen der politischen Unzufriedenheit ist es hier, zum zivilen Streik aufzurufen. Ein Mittel, um der Regierung Druck zu machen. Denn in einigen Städten, ganz vorne voran Santa Cruz, weil Evo hier eben die meisten Gegner hat, hörten die Leute zwei Tage später komplett auf zu arbeiten. Das heißt, alle bleiben entweder zu Hause oder beteiligen sich aktiv an den Blockaden und Demonstrationen. Durch ebendiese Blockaden wurde eben auch der Verkehr ruhig gelegt und viele Menschen hatten Angst, die Versorgung mit Lebensmittel und anderen wichtigen Gütern würde entfallen. Für mich als Ausländerin war es oft schwer die komplexen Abläufe und Situationen zu verstehen und nachzuvollziehen. Vor allem, weil ich noch nie eine derartige Situation miterlebt habe, war ich sehr beeindruckt von der Streikmacht eines Volkes, wodurch im Endeffekt der Präsident ja sogar zum Rücktritt geleitet wurde.

Nichtsdestotrotz wurde mir auch klar, dass ich in den Wochen des Streiks eine priviligierte Position und Sichtweise auf die ganze Situation hatte. Zwar war ich in gewisser Weise Teil des Ganzen und wurde auch von den Emotionen und Meinungen der Einheimischen beeinflusst, jedoch wusste ich im Hinterkopf immer, dass es nicht mein Land ist und ich notfalls „einfach nach Hause fliegen“ könnte. So beruhigend der Gedanke vielleicht in manchen Situationen war, umso schlimmer ist es manchmal sich seiner Privilegien bewusst zu werden.

 

Letzten Wochen vor den Ferien

Als der Streik vorbei war ging es noch vier Wochen in der Schule weiter. Eine Zeit, die für die Schulgemeinschaft sehr stressig war, da schließlich drei Wochen Stoff des vierten Bimesters verloren waren und alles nachgeholt werden musste. Trotz viel Aufregung waren dann bis zum 6. Dezember alle Prüfungen geschrieben und die Graduation der Sechstklässler*innen (entspricht 12. Klasse) abgeschlossen. So konnte ich also an einem Wochenende gleich zwei Promotionsfeiern miterleben. Ähnlich wie ich das aus Deutschland kenne, wurde die Turnhalle der Schule geschmückt, Familie und Mitschüler*innen eingeladen und die Schüler*innen nacheinander nach vorne gerufen und mit Zeugnis und Ehrung ausgestattet. Als die offizielle Zeremonie zu Ende war, löste es sich doch ziemlich schnell auf und alle gingen familienweise essen oder nach Hause. Ganz witzige Erfahrung auf jeden Fall…

 

Ferien und Reisen

Das Campo

In der ersten Ferienwoche ging es für mich gemeinsam mit einer Kollegin und ihrer Familie, sowie einer ehemaligen Freiwilligen, die momentan zu Besuch ist, für ein paar Tage auf das „Campo“, wohin uns ein anderer Lehrer, Profe Roly, zum 80. Geburtstags seines Vaters eingeladen hatte. Dass es große Unterschiede zwischen der bolivianischen Stadt und dem Land gibt, wurde mir zwar schon oft erzählt, aber wirklich etwas vorstellen konnte ich mir darunter nicht… Von Santa Cruz fuhren wir als erstes mit einem Bus etwa fünf Stunden in ein Dorf, welches ich zunächst schon für das Endziel hielt. Doch von dort aus ging es noch weitere 2 Stunden mit einem Taxi durch die Natur, bis wir endlich ankamen. Die Familie des Lehrers wohnt in einem schönen Haus mit einem großen Garten, in dem Hühner, Gänse, Hunde und Katzen leben. Der Unterschied zur Stadt fiel mir als erstes, natürlich an der Größe des Dorfes auf, welches aus wenigen Straßen (aber sogar mit kleiner Plaza) und schätzungsweise 50 Einwohnern bestand. Außerdem waren wir umgeben von purer Natur, auf die die Gastgeber auch mächtig stolz waren und immer wieder auf die Qualität der Luft hinwiesen. Nachdem wir am ersten Tag schon die Gegend erkundet hatten (plus kleinen Badespaß im Fluss) saßen wir abends gemütlich beim Essen zusammen und hörten spannende Sagen rund um die nahegelegene Lagune und Geister des Dorfes an. Der nächste Tag, der Geburtstag selbst, startete dann um halb sechs morgens (der Hahn hat gekräht!) und nach einem kleinen, leckeren Frühstück zeigte Roly uns die nahegelegene, wunderschöne Lagune und erklärte uns einiges zur Landschaft drum herum. Gleich danach ging es dann mit der ganzen Familie und den Gästen zu der Kuhweide, um eine Tradition durch zu führen, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde. Mit einem Lasso fingen Roly und sein Vater die Kühe nacheinander ein, sodass wir sie melken konnten und die euterfrische Milch wahlweise mit einem Schuss Singani oder Cafe al Conac genießen konnten. Wirklich sehr lecker und ein bisschen außergewöhnlich.

 

 

Als dann alle reichlich versorgt waren ging es zurück ins Dorf, um das Geburtstagsessen zuzubereiten. Der Ochse, der schon am frühen morgen im Garten gestanden hatte und von einem der Hänge, an denen die Rinder der Familie leben, gefangen wurde, stand (im Gegensatz meiner Hoffnungen) leider nicht nur dort rum, um einen schönen Tag mit uns zu verbringen. Jedes Jahr am Geburtstag von Rolys Vater wird wohl ein Ochse geschlachtet und dieses Jahr durfte ich an der Prozedur teilhaben. Es gibt auf jeden Fall schönere Dinge als bei einer Schlachtung zu zusehen und mit zu machen, aber trotzdem bin ich dankbar es mal erlebt zu haben. Vor allem, weil ich in meinen Ansichten nur noch bestärkter bin und es absolut unnötig finde ein Tier nur für die Befriedigung eines Geschmacks zu töten. Außerdem wird einem doch bewusst, was es bedeutet seine Grenzen kennen zu lernen, wenn man am Ende des Tages Gedärme-auswaschend im Fluss steht 😛

Der Rest des Tages wurde dann in einer gemütlichen Runde, tanzend und mit Musik zu Ende gebracht.

Ich bin sehr glücklich diesen Trip auf das „Campo“ gemacht zu haben! Nicht nur weil es schön war, nach fünf Monaten in der Großstadt auch nochmal Bäume und Wiesen zu sehen, sowie nette Leute kennen zu lernen, sondern auch, weil die komplette Abschottung zur Außenwelt und die in manchen Dingen schon andere Lebensrealität eine unvergessliche Erfahrung waren. Ich hoffe ich werde nochmal eingeladen.

 

Argentinienreise

Mitte Dezember fuhr ich mit Viktoria nach Tarija, wo unsere Mitfreiwillige Eva, die dort wohnt, und Malvine schon auf uns warteten. Es war unglaublich schön, nach so langer Zeit die Menschen, die einen am besten verstehen, weil sie eben das gleiche erleben, wieder zu sehen. Nachdem uns Eva ein paar Tage lang das schöne Tarija gezeigt hatte, wir ihr Projekt und engen Freunde kennen gelernt hatten, ging es für uns aber auch schon weiter. Von dem im Süden Boliviens liegenden Tarija ist es nicht weit bis zur argentinischen Grenze und so fuhren wir nach Salta La Linda. Wie der Name schon sagt ist auch Salta eine wunderschöne Stadt, die sich von bolivianischen insofern unterscheidet, dass sie viel europäischer wirkt, wodurch wir uns natürlich direkt ein bisschen heimisch fühlten. Aber auch durch die super freundlichen Menschen, die uns dort begegnet sind und die schönen Landschaften, ist uns Argentinien nur gut in Erinnerung geblieben. Während der vier Tage, die wir dort verbrachten, schauten wir uns die Stadt an, fuhren mit dem Teleferico auf einen Aussichtspunkt und zu einem eindrucksvollen See. Ein sehr schöner Urlaub also.

Am 23. Dezember hieß es dann vorerst auf Wiedersehen, denn Weihnachten stand vor der Tür.

 

Weihnachten in Santa Cruz

Das Weihnachtsfest habe ich mit meiner bolivianischen Familie verbracht. Obwohl ich zugeben muss, dass ich wirklich absolut keine Weihnachtsstimmung hatte (was womöglich an den 30°C und Sonnenschein gelegen hat, aber leider auch nicht durch die vielen bunten Weihnachtskitsch ausgeglichen werden konnte) fand ich den Abend sehr schön. Erst gegen elf Uhr abends kamen die ersten Gäste und wir fingen an zu kochen. Hier ist es üblich in den 25. Dezember rein zu feiern, sodass wir also bis Mitternacht mit dem Essen warteten. Um Punkt zwölf fielen sich alle in die Arme, sagten sich liebe Dinge und die Feuerwerke gingen los. Wirklich sehr schön. Später aßen wir dann, ganz typisch Reis mit Fleisch und Yuka, sowie unterschiedliche Salate. Danach wurden kleine Geschenke ausgetauscht und mit Musik und Spielen bis spät in die Nacht gefeiert.

 

Die große Reise

Rund um Silvester bis zum Zwischenseminar

Wenige Tage nach Weihnachten setzten wir dann unsere Reise fort. Zusammen mit Viktoria fuhr ich in das auf über 4000 Meter liegende Potosí, auch bekannt als die ehemalige Schatzkammer des kolonialistischen Spaniens. Der Cerro Rico, ein Berg, der über die ganze Stadt prangt, wird seit über 500 Jahren, wegen seiner Silbervorkommen von zahlreichen Minen durchzogen. Das Stadtbild ist geprägt von, für das Hochland typisch, in Trachten gekleideten Cholitas. Zwar sieht man auch in Santa Cruz immer wieder mal eine Cholita, doch die bunten und pompösen Kleider fielen uns direkt auf und machten einen gewissen Kulturunterschied zwischen Hoch- und Tiefland deutlich.

Meine Chefin Frida, die Familie in Potosí hat und zeitgleich da war, lud uns auf einen Ausflug ein. Sodass wir heiße Quellen, umgeben von der kargen Landschaft des Altiplano und hohen Bergen bestaunen konnten und auch das Baden im Thermalbad nicht ausließen.

Nach dem kurzen Abstecher in Potosí fuhren wir auch schon weiter nach Sucre, wo die Mitfreiwillige Malvine wohnt und es üblich ist, dass alle Freiwilligen zusammen Silvester feiern.

Sucre, die Hauptstadt Boliviens, wird auch „die weiße Stadt“ genannt, da die komplette Innenstadt aus weißen Gebäuden kolonialistischen Baustils besteht. Dank des Rufes zieht Sucre also auch viele Touristen an, sodass es nicht selten vorkam, dass ich hier und da deutsche Wörter in der Straße hörte.

Den Silvesterabend, den wir fast vollständig mit allen Hermandad-Freiwilligen verbrachten, feierten wir in Malvines Wohnung. Um Mitternacht liefen wir zu einem nahegelegenen Aussichtspunkt, von dem aus wir die Feuerwerke über der ganzen Stadt sehen konnten. Ein guter Start in das neue Jahrzehnt.

Am Abend des 1. Januars fuhr die ganze Gruppe von Freiwilligen zusammen nach Uyuni. Dort hatten wir eine 3-tätige Tour durch die Salzwüste und Natur des Altiplanos gebucht. Frühmorgens in Uyuni angekommen wurden wir direkt von unserer sehr netten Organisatorin abgeholt und lernten später unsere Jeep-Fahrer kennen. Am ersten Tag der Tour fuhren wir einmal quer durch den Salar de Uyuni, ein ausgetrockneter Salzsee, der nun die höchstgelegenste Salzwüste der Welt ist. Neben Monumenten aus Salz (und kleiner dramatischer Rettungsaktion eines Bauchbeutels) und dem Ausleben unserer Kreativität in lustigen Videos, konnten wir auch die einzigartige Natur des Salars bewundern.

Auch die folgenden Tage waren geprägt von unvorstellbaren Landschaftsbildern, die sich stündlich völlig veränderten. Von unterschiedlichen Wüsten, über Steinformationen und Lagunen bis hin zu moosigen Lama-Weiden haben wir wirklich alles gesehen. Dass wir Teil eines typischen Touristenziels waren merkten wir nur abends in den Hotels, in denen kaum ein Besucher spanisch sprach, aber nichtsdestotrotz würde ich jedem raten sich diese wundervolle Natur einmal an zu sehen.

 

Zwischenseminar

Vom 5. bis zum 12. Januar wohnten wir in Vinto, einem Vorort Cochabambas, wo unser Zwischenseminar stattfand. Am Abend des 5. Januars, nachdem alle Freiwilligen, sowie Isabel, unsere Koordinatorin und zwei deutsche Teamer eingetrudelt waren durfte ich dann auch das erste Mal Geburtstag auf bolivianische Weise feiern. Neben ein paar Geschenken wurde auch (ganz heimlich) eine Sahnetorte für mich besorgt. Im Anschluss zum Geburtstagslied sollte ich ein Stückchen vom Kuchen abbeißen und wurde volle Kanne mit dem Kopf in die Torte gesteckt. Bester Start, den man in das neue Lebensjahr und eine Seminarwoche haben kann!

Während des Seminars ging es dann aber um ernstere Themen. Wir sprachen darüber, wie wir die letzten Monate erlebt hatten, was uns beeinflusst und welche Erwartungen wir haben. Natürlich gab es auch die Möglichkeit über Verbesserungsmöglichkeiten zu sprechen, wobei mir besonders wichtig war, dass Veränderungen in meinem Projekt realisiert werden können. Erfreulicherweise ist es nun möglich, dass ich das Projekt nur noch drei Tage die Woche besuchen werde. Ich habe spezifischere Aufgaben bekommen und werde zwei Tage in einem anderen Projekt arbeiten. Außerdem werde ich umziehen, um auch noch eine andere Lebensrealität kennen lernen zu können. Wie das alles genau aussieht werde ich euch in meinem nächsten Rundbrief berichten, wenn ich in meinem neuen Alltag angekommen bin.

Das Seminar hat mir sehr viel Motivation für die noch folgenden 8 Monate gegeben und durch den Austausch mit all den anderen Freiwilligen, bin ich mir in einigen Fragen klarer geworden.

 

Wo der Wind uns hingeführt hat

Da wir nach dem Seminar noch ein bisschen frei hatten, beschlossen Eva, Viktoria, Laura und ich, unsere Reise noch fort zu führen.

Zunächst fuhren wir nochmal nach La Paz. Es war interessant zu sehen, wie anders wir die Stadt nach 5 Monaten in Bolivien wahrnahmen. Diesmal bewegten wir uns völlig selbstständig und viel freier, allein schon dadurch, dass wir die Sprache besser sprechen und wissen, wie manche Dinge in Bolivien ablaufen.

Während der drei Tage machten wir einen Ausflug nach Copacabana. Die kleine Stadt liegt direkt am Titicacasee und ist genauso, wie die nahegelegene „Isla del Sol“ ein touristenanziehendes Ziel. Von einem Mann und seinem kleinen Sohn wurden wir von einem Familien Unternehmen zunächst von Copacabana aus zu einer Bootsüberfahrstelle und dann übers Wasser auf die Insel gefahren. Dort flüchteten wir (mehr oder weniger schnell, denn auch am Titicacasee bleibt einem wegen der Höhe die Luft weg) vor Touristenhorden (die teilweise ihre Koffer von einheimischen Jungs tragen ließen ?!?) und suchten den vom Fahrer empfohlenen Wanderpfad. Dort konnten wir dann eine wunderschöne Wanderung entlang eines Hanges machen, auf dem uns immer wieder Esel und Alpakas begegneten und wir durchgehend den Blick auf das strahlend blaue Wasser hatten.

Auch für den zweiten Tag in La Paz hatten wir uns ein touristisches Ziel und auch eine kleine Herausforderung gesucht. Die sogenannte „Todesstraße“ war bis vor einigen Jahren die Hauptverbindungsstraße zwischen La Paz und dem Tiefland und wegen der engen, aber zweispurigen Straße sehr schwer zu passieren. Wir sind mit dem Mountainbike die 60km und etwa 3000 Höhenmeter herunter gefahren und konnten mit eigenen Augen den unglaublichen Landschaftswechsel zwischen eiskaltem, nebligen Hochland und den vor Fruchtbarkeit nur so blühenden, tropischen Yungas sehen.

 

Von La Paz aus fuhren wir mit dem Nachtbus nach Arequipa, die „weiße Stadt Perus“, in der wir zwei Tage lang die Gegend erkundeten und peruanisches Essen probierten. Die Innenstadt erinnert ein bisschen an Sucre und ist auch von kolonialistischen Baustilen geprägt, die meisten Gebäude sind außerdem aus weißem Vulkanstein erbaut. Der nur kurze Aufenthalt in Peru war der letzte Stopp vor unserem Endziel: Iquique in Chile, direkt am Pazifik.

Nach einer langen und ermüdenden Reise, unter anderem durch die trockenste Wüste der Welt, kamen wir mit der Nachmittagssonne in Iquique an. Auf der Fahrt hatten wir die Stadt schon von oben gesehen und uns an riesigen Sandbergen vorbeifahrend dem Meer genähert. Chile, als viertes südamerikanisches Land der letzten Wochen, hatte nochmal einen ganz anderen Charme und wirkte auf uns sehr entspannt und heimisch. Die Woche über waren wir in einem Backpacker-Hostel untergebracht, lernten lustige Leute kennen und verbrachten die meiste Zeit am Strand. Wir haben wirklich durch und durch Urlaub gemacht und in vielerlei Hinsicht bin ich unglaublich dankbar für diese Reise. Nicht nur ist mir klar, dass ich zu der Minderheit gehöre, die überhaupt die Möglichkeit dazu hat, eine solche Reise zu unternehmen (und das auch noch im Freiwilligendienst). Sondern durch das Reisen an sich und vor allem im Austausch mit meinen Mitreisenden und -freiwilligen, konnte ich persönlich viel Kraft und Inspiration für die nächsten Monate und einfach generell schöpfen.

Mittlerweile bin ich wieder zu Hause in Santa Cruz, nachdem ich nach Iquique von Cochabamba aus, das erste Mal alleine gereist bin (und auch direkt eine verrückte Flota-Fahrt, aber das sprengt jetzt den Rahmen, erleben durfte).

Der Alltag trudelt so langsam wieder ein und während ich noch all die Impressionen am Verdauen bin, steigt meine Vorfreude auf die nächsten Monate ungemein!

Ich hoffe ich konnte euch einen guten (nicht allzu abschweifenden) Eindruck meiner letzten Monate vermitteln und freue mich natürlich wie immer über Rückmeldungen jeglicher Art!

Fühlt euch alle fest‘ gedrückt, eure Lara 😊

Bolivien: 2. Rundbrief von Lara Burg

Liebe Familie, liebe Freunde, lieber Solikreis,                                                           26. Oktober 2019

Heute ist der 83. Tag, an dem ich in Bolivien bin und ich möchte für euch zusammenfassen, was bei mir in den sieben Wochen seit meinem letzten Rundbrief passiert ist.

Da ich mich verpflichtet dazu fühle, euch einen „wahren Einblick“ in meinen Freiwilligendienst zu geben und Dinge nicht schön zu reden, kann ich gleich vorab sagen, dass die letzten Wochen, in vielerlei Hinsicht definitiv nicht einfach für mich waren. Bevor meine Omas, die das hier grade lesen jetzt aber Panik schieben, möchte ich klarstellen: Es geht mir gut und meine Motivation ist immer noch zu 100% vorhanden. Alles was ich hier erlebe und erfahren darf, ist das, was ich wollte und auch immer noch will!

So, bevor ich jetzt aber zu viel Raum zum Spekulieren lasse, hier der Bericht:

 

Leben in der Gastfamilie

Wie in meinem ersten Rundbrief schon erwähnt bin ich an dem Wochenende vor Projektbeginn in meine neue Gastfamilie gezogen. Meine Familie hier besteht aus der Oma, ihrer Schwester, meinen Gasteltern, den Zwillingen Deisy und Denisse, die 16 sind und dem Baby Adrianita, die jetzt vier Monate alt ist. Da wir also zu acht hier leben, ist immer etwas los, was ein Vorteil sein kann, da immer jemand da ist. Für mich war die Tatsache, immer jemanden um sich rum zu haben, vor allem im Zusammenhang damit, dass ich mir ein Schlafzimmer teile, aber in erster Linie ein Kampf um Privatsphäre. Da ich in Deutschland mein eigenes Zimmer hatte und sowieso auch oft mal Zeit mit mir alleine verbracht habe, war das also eine große Umstellung für mich und fällt mir noch immer oft schwer.

Meine Gastschwestern gehen in die 11. Klasse des Colegio Martin Sappl in dem ich nachmittags arbeite, weshalb wir also immer gemeinsam dort hinfahren. Das Schulgebäude liegt zwar nur etwa 10 Minuten zu Fuß entfernt, aber da um die Mittagszeit die Sonne so stark scheint, dass man lieber nicht durch die Hitze läuft, habe ich die Gewohnheit der beiden, mit dem Micro zu fahren, gerne übernommen. Nachdem die Schule abends vorbei ist gehen meine Gastschwestern meistens noch in einen nahgelegenen Park, wo sie mit ihrer Klasse typische Tänze einstudieren. Häufig, wenn ich nicht zu müde bin, begleite ich die beiden, schaue staunend zu und unterhalte mich mit Händen und Füßen mit Schüler*innen, die grade nicht am Tanzen sind.

Vor zwei Wochen gab es dann sogar einen „Tanzwettkampf“. Nachdem die Klasse vier Wochen lang einen klassischen Tanz namens Tinku einstudiert hatte, fuhren wir sonntags abends, meine Gastschwestern in voller Montur (zu jedem Tanz gibt es eine klassische Tracht, je nach Region, aus der der Tanz stammt, variiert dann zum Beispiel die Farbe oder Länge des Kleides, ob es Kopfschmuck gibt und so weiter) in eine Arena, in der etwa 30 andere Gruppen (von Kindergartenalter bis Abiturient) auch darauf warteten ihr Können zu zeigen. Besonders die jüngeren Gruppen haben mich sehr beeindruckt, aber auch die quasi perfekten Choreografien der Älteren, waren den Abend wert. (Und die Proben meiner Gastschwestern offenbar auch, denn sie haben gewonnen!)

Ein anderer Vorteil in einer Gastfamilie zu leben ist, dass man immer auf irgendwelche Geburtstage oder andere Feiern mit eingeladen wird. Alle Feiern, auf denen ich bisher war, sind ungefähr gleich abgelaufen: Die Familie lädt zu einem Essen, um das sich eigentlich alles dreht. Man sitzt nett an einem Tisch zusammen, unterhält sich, hört Musik und im nächsten Moment steht ein gefüllter Teller vor einem. Klassisch gibt es Reis mit Pollo (Hühnchen) oder einem Stück Fleisch und dazu entweder eine Art Salat aus Mais und Käse oder Tomaten und Zwiebeln. Nie fehlen dürfen dabei sehr süße (und sehr leckere) selbstgemachte Säfte aus den verschiedensten Obstarten, Limonade oder Softdrinks. Nach dem Essen wird dann manchmal getanzt und alle werden einzeln mit dem Geburtstagskind vor einem kleinen Stand mit der Torte und anderen Süßigkeiten, sowie einem bunten Vorhang, auf dem Name und Alter des/der Gefeierten stehen, fotografiert. Daraufhin wird gesungen und als kleiner Geck der Kopf der Person, die die Kerzen ausbläst, in die Sahnetorte getunkt.

 

„Majadito“ ist ein typisches Gericht aus Santa Cruz

Das Projekt

Besser gesagt: die zwei Projekte. Ich arbeite in zwei unterschiedlichen Schulen, die sich aufgrund des gleichen Trägers ein Gebäude teilen. Vormittags (außer Mittwoch und am Wochenende) arbeite ich von 7:30 Uhr bis 12:00Uhr in Nestor Suarez und nachmittags (außer Freitag und am Wochenende) in Martin Sappl. Da beides weiterführende Schulen sind läuft meine Arbeit sehr ähnlich ab. In Englisch, Kunst und Sport begleite ich die Lehrer*innen im Unterricht und nachmittags arbeite ich manchmal noch mit der Schulpsychologin zusammen.

Leider muss ich sagen, dass es mir bisher sehr schwer gefallen ist meine Rolle als Freiwillige im Schulleben zu finden. Aufgrund meines Alters, welches manchen der Schüler*innen entspricht und der Tatsache, dass ich keine ausgebildete Lehrerin bin, ist es für mich sehr schwierig eine effektive Arbeit zu finden. Im Unterricht schaue ich daher viel zu und kann eher wenig selbst gestalten, was ich aber auch gar nicht unbedingt möchte, da ich ja wie gesagt gar nicht dazu in der Lage bin. Häufig komme ich mir sehr überflüssig vor und langweile mich den ganzen Tag. Gleichzeitig ist mir aber natürlich auch klar, dass man als Freiwillige nicht immer unbedingt von morgens bis abends für tolle Aufgaben benötigt wird. Momentan versuche ich aber mithilfe meines Coaches, der Freiwilligenkoordinatorin und meinen beiden Chefinnen eine langfristige Möglichkeit zu finden, um die Situation zu verbessern.

Trotzdem habe ich natürlich auch schon gute Erfahrungen in der Schule gemacht. Dass das Schulsystem hier teilweise auf andere Dinge mehr Wert legt, als ich es aus Deutschland gewohnt bin, hat zum Beispiel den Vorteil, dass es regelmäßig Ferias gibt. Eine Feria ist eine Art Ausstellung/Markt mit unterschiedlichen Themen. Meistens bekommt jede Klasse eine Region, beispielsweise aus dem Departamento Santa Cruz, zu geteilt und hat die Aufgabe einen Stand passend zu erstellen. Das heißt es gibt Sachplakate, typische Trachten, typische Gerichte und manchmal werden auch die zur Region gehörenden Tänze aufgeführt. Neben den Ferias, die etwa einmal im Monat stattfinden, gab es auch schon einige Feiertage, so wie den „Tag des Schülers“ (die Lehrer machen alles für die Schüler, Spiele, Essen und so weiter) oder den Feiertag von Santa Cruz, an denen man zwar in die Schule kommt, aber kein Unterricht stattfindet. Stattdessen gibt es acto civico, bei dem die unterschiedlichen Hymnen (es gibt viele!) gesungen werden, Schüler manchmal ihre Talente vorführen (wenn man tanzen, singen oder Gedichte schreiben kann, geniert man sich nicht, das zu zeigen) und einige Gebete gesprochen werden.

Am Tag des Schülers wurde gekocht.

 

Im Englischunterricht.

 

Und sonst so?

Ansonsten verbringe ich meine Wochenenden meistens so, dass ich manchmal, wenn irgendetwas spannendes passiert (Empanada kochen oder Basketballturniere) samstags vormittags nochmal im Projekt vorbeischaue und den Rest der Zeit zu Hause verbringe.

Häufig gibt es aber auch Aktionen der Hermandad, sodass ich an einem Wochenende, gemeinsam mit meiner Chefin Frida, Raúl (mein Coach) und weiteren Freunden, nach Cotoca gefahren bin, wo wir gemeinsam gegessen haben, Gottesdienst gefeiert und durch die Stadt geschlendert sind.

Mit Freunden aus der Hermandad.

 

Außerdem hatte ich auch schon zweimal Besuch von anderen Freiwilligen, die einen Wochenendtrip nach Santa Cruz gemacht haben. Es war sehr schön den anderen die Stadt, die vor ein paar Wochen für mich selbst noch groß und fremd war, zu zeigen und als den Ort, an dem man zu Hause ist, zu präsentieren. Natürlich ist auch der Austausch mit anderen Freiwilligen immer etwas ganz Besonderes, weil man merkt, dass man den gleichen Dingen begegnet und ähnliche Gedanken hat.

Ich selbst bin noch nicht gereist. Eigentlich wollte ich erst letztes, dann dieses Wochenende eine Freiwillige in Ascención de Guarayos besuchen, doch aufgrund von politischen Protesten und Bloqueos wegen der Präsidentschaftswahlen, war das bisher noch nicht möglich (für genauere Infos gerne dem unten kommenden Link folgen). Dann wohl nächstes Wochenende!

 

Zu groß oder zu klein für diesen Rundbrief:

Dinge, mit denen ich hier sehr stark konfrontiert werde/mich selbst konfrontiere:

(Achtung, ich schmeiße mit großen Begriffen um mich! All diese Dinge haben mich auch schon in Deutschland beschäftigt und hängen nicht nur mit Bolivien zusammen. Also bitte jetzt nicht in irgendwelche Vorurteilphantasien verschwinden 😉 )

 

Dinge, die meinen Tag machen können:

  • Sonnenuntergänge
  • In Ruhe einen Spaziergang machen
  • Von Schülern gegrüßt zu werden
  • Es zu schaffen mit dem Tienda-Verkäufer einen kurzen Tratsch über Gott und die Welt zu halten
  • Eine neue Frucht zu probieren
  • Telefonate mit anderen Freiwilligen/Freunden
  • Alleine einen Ort in der Stadt zu erreichen ohne mich zu verfahren

 

 

Die Tienda neben unserem Haus.

Vielen Dank für eure Zeit, ich hoffe ich konnte euch meine letzten Wochen etwas näherbringen!

Natürlich freue ich mich auch sehr über Rückmeldungen (Anmerkungen, Kritik, Fragen) zu den Rundbriefen. Vor allem zu den Themen, die mich hier beschäftigen, würde ich mich freuen, wenn ihr mir rückmelden könntet, ob euch welche besonders interessieren.

Ganz liebe Grüße, eure Larita.

Bolivien: 1. Rundbrief von Lara Burg

Liebe Leute,

kaum zu glauben, dass ich nun schon einen ganzen Monat hier in Bolivien bin. Höchste Zeit euch von meinen zahlreichen ersten Eindrücken zu berichten!

 

Die Reise

Am 4. August 2019, nachdem in den Tagen vorher der Stress der letzten Vorbereitungen, sowie die Vorfreude gestiegen war und ich mich auch von den letzten Freunden und Familienmitgliedern verabschiedet hatte, ging es endlich los! Das vorher immer noch so fern scheinende Ziel, die Reise nach Bolivien, startete… in Luxemburg. Begleitet von meinen Eltern und Geschwistern und bepackt mit Rucksäcken und Koffern jeglicher Größe, traf ich dort auf die anderen sieben Freiwilligen, die ich von den vielen SoFiA-Seminaren auch schon kannte.

Nachdem sich dann alle, manche tränenreicher manche weniger, von ihren Familien verabschiedet hatten, ging es wirklich los! Ab durch die Passkontrollen, zum Gate und… schneller als gedacht fanden wir uns in Madrid, empfangen von 40°C und strahlendem Sonnenschein, wieder. Trotz der Entscheidung, den zehnstündigen Aufenthalt im Flughafen zu verbringen und nicht in die Stadt zu fahren, hätten wir am Ende beinahe unseren Flug verpasst… Dass wir letztendlich im Flieger saßen, ist ein kleines Wunder, denn erst kurz vor dem Boarding wurde uns bewusst, wie unglaublich groß der Flughafen eigentlich war und dass wir mal eben noch eine halbe Stunde mit einem unterirdischen Zug zum richtigen Gate fahren mussten. Nichtsdestotrotz, um 22Uhr saßen wir alle (mit leicht roten Köpfen) in unserem Flugzeug und waren bereit! Das Flugzeug allerdings nicht… mit einer Verspätung von 40 Minuten starteten wir dann in die Nacht und kamen in den frühen Morgenstunden in Santa Cruz an. Dort hieß es dann ein letztes Mal in den Flieger steigen und den mit Abstand schönsten Flug erleben.  Der Blick, der sich einem bietet, wenn man bei Sonnenaufgang über die Anden fliegt, ist wirklich einmalig und hat viel zu der euphorischen Stimmung beigetragen, die herrschte, als wir nach einer 30-stündigen Reise, endlich in El Alto ankamen.

Das Einführungsseminar in La Paz

La Paz ist mit etwa 760.000 Einwohnern, die drittgrößte Stadt Boliviens (nach Santa Cruz und El Alto) und beherbergt den Regierungsitz des Landes. Durch den Teleférico, einem Seilbahnnetz, welches durch die ganze Stadt führt, ist das auf etwa 3500 Meter gelegene La Paz mit El Alto (4100m) verbunden, sodass man innerhalb weniger Minuten von einer zur anderen Stadt kommen kann. Ihren besonderen Flair bekommt La Paz durch eben diese landschaftlichen Gegebenheiten (Blick auf Berge mit Schnee), aber auch das Stadtleben: enge Straßen, bunte Häuser, der Verkehr und viele Menschen (die teilweise auch in farbenfrohen Trachten und sehr traditionell gekleidet durch die Straßen laufen).

Herzlich empfangen von unserer Freiwilligen-Koordinatorin Isabel und Jhamir tauchten wir, immer noch unglaublich beeindruckt, von dem Stadtbild, welches wir vorher aus dem Flugzeug gesehen hatten, dann auch schon direkt in den Verkehr ein. Auf einen Minibus wurde im Nullkommanix unser Gepäck geschnürt und wir fuhren, mit kleinem Aussichts-Stop, runter nach La Paz.

Angekommen im Kloster, in dem wir die nächsten zwei Nächte verbringen würden, trafen wir auf die sieben Freiwilligen aus Hildesheim, die wir teilweise auch schon kannten und nach einem kurzen Frühstück ging es auch schon, ohne großes Ausruhen, weiter in das Büro der Hermandad, in dem unserer Einführungsseminar stattfand. Die Hermandad (bedeutet Bruderschaft/Schwesterschaft) ist eine Abteilung der bolivianischen Bischofkonferenz, die die Freiwilligenarbeit koordiniert, also sowohl deutsche Freiwillige in Bolivien begleitet, als auch bolivianische Freiwillige nach Deutschland entsendet. Geleitet wurde unser Seminar von Isabel und Jhamir, sowie drei ehemaligen Freiwilligen, die von ihren Erfahrungen berichteten. Sinn des Seminars war es, uns vor klassischen Fettnäpfchen zu bewahren und uns bestimmten Themen, wie Verhalten in Gastfamilien, Verkehr (in welches Taxi steige ich ein?) und Ritualen (Frauen begrüßen sich mit Küsschen auf die Wange, Männer mit Umarmung-Handschlag-Umarmung, usw….) näher zu bringen.

Gleich am ersten Nachmittag machten wir dann auch schon den ersten Ausflug nach „Valle de la Luna“, eine Landschaft, die dem Mond gleicht und die ein viel besuchtes Ziel darstellt. Aufgrund des Jetlags, des über 30 stündigen nicht vorhandenen Schlafes und dem Einfluss der enormen Höhe jedoch, konnten die meisten den Ausflug nur so mittelmäßig genießen und mir persönlich kommt der ganze erste Tag auch immer noch vor wie ein Traum.

Die folgenden zwei Tage liefen ähnlich ab: vormittags Seminar, nachmittags Ausflug; sodass wir noch einiges von der Stadt sehen konnten. Neben einer Fahrt mit dem Teleférico besichtigten wir auch die „Hexengasse“. Eng aneinander gereiht gibt es viele kleine Lädchen, die Taschen und Pullis in bunten Stoffen oder aus Alpaka-Wolle, sowie Süßigkeiten, Cocablätter und andere Inhalte für Opfertische verkaufen.

 

Coca-Blätter

 

 

Opfergaben für Pacha Mama

Unseren letzten gemeinsamen Abend in La Paz verbrachten wir dann in einer Karaokebar, lernten viele spanische Lieder kennen und die bolivianische Art Sangria zu trinken. Am nächsten Tag ging es dann nachmittags für alle Richtung Sprachkurs, den wir in unterschiedlichen Städten haben würden. Zusammen mit sechs anderen Freiwilligen hieß es für mich: „Auf nach Santa Cruz de la Sierra!“

Santa Cruz de la Sierra

Dank der flota, einem ziemlich bequemen Reisebus, ließen wir dann in den folgenden 18 Stunden etwa 3000 Höhenmeter und 550km Strecke hinter uns. Wie sehr sich die Landschaft geändert hatte wurde uns erst klar, als wir morgens umgeben von grünen Wiesen mit Kühen, Orangen-, Mandarinen- und Papaya-Plantagen und Palmen, aufwachten. Am Busbahnhof angekommen wurden wir sehr herzlich (mit viel Kuchen, Saft, Umarmungen und blitzenden Kameras) von unseren Gastfamilien empfangen.

Abgeholt von meiner Gastmutter Isabel, genannt la „Chavy“ und meinem Coach Raúl (der selber einmal Freiwilliger in Deutschland war), ging es nach einem schnellen Mittagessen endlich in mein Zuhause für die nächsten vier Wochen. Dort lernte ich auch gleich meinen Gastbruder John und seine beiden älteren Schwestern kennen, die mir die Gegend zeigten und den Rest der Familie (unter anderem Chavys Schwester und deren Kinder) vorstellten.

Plaza in Santa Cruz

Sprachkurs

Wenige Tage später, nachdem Chavy mit Viktoria (einer Mitfreiwilligen, die nur 3 calles weiter wohnte) und mir den Weg schon einmal gefahren und viele weitere Male mündlich durch gegangen war, begann der Sprachkurs. Mit dem Micro (Micros sind Autobusse, mit denen man innerhalb der Stadt so gut wie überall ziemlich problemlos hinkommt) fuhren wir beide also zum instituto fisk, der Sprachschule, in der die anderen fünf Freiwilligen schon auf uns warteten. Mit Maria Lina, unserer sehr führsorglichen Sprachlehrerin, tauchten wir dann in die spanische Sprache ein. Ich persönlich konnte zu Beginn kaum ein Wort sprechen, weshalb der Unterricht, der mehr auf die schon besser sprechenden Personen konzentriert war, mir leider nicht wirklich weiter helfen konnte… Vielmehr komme ich der Sprache durch das alltägliche Sprechen näher, vor allem durch Französisch, kann ich mir viele Dinge erschließen. Die Grammatik hingegen werde ich mir wohl trotzdem weiterhin selber vorknüpfen müssen, denn unregelmäßige Formen und komplizierte Endungen, habe ich mir dann bisher doch noch nicht durch einfaches Zuhören merken können. Nichtsdestotrotz hat der Sprachkurs auch viele positive Seiten gehabt. Bei einem der verschiedenen Ausflüge haben wir zum Beispiel Cotoca kennen gelernt. Eine kleine Stadt, die durch die Virgen de cotoca (Schutzheilige vom Departement Santa Cruz) bekannt ist und in der es zahlreiche Stände mit süßen Aufstrichen und Gebäck gibt. Auch der Kinobesuch in „El rey leon“ wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben!

 

Projektbesuch

Da ich den Vorteil hatte schon in der Stadt zu sein, in der auch das Projekt ist, gab es die Möglichkeit, das Projekt schon einmal während des Sprachkurses zu besuchen. Als ich morgens von Raúl abgeholt wurde, um zum Colegio zu fahren, stellte ich mir ein gemütliches Treffen, im Kreise meiner beiden Chefinnen vor… Dieses Bild änderte sich aber schnell, als ich schon beim Vorbeigehen an der Schule sah, dass die schätzungsweise 1000 Schüler*innen in Reih und Glied in der Aula aufgestellt waren. Direkt beim Reinkommen wurde ich, gemeinsam mit Isabel und Cecilia (auch von der Hermandad) zu einer kleinen Bühne gebracht und an einen geschmückten Tisch, über dem Plakate der Hermandad, Weltkarten und die bolivianische und deutsche Flagge angebracht waren, gesetzt. Musik ging los und die ganze Halle begann die bolivianische Nationalhymne zu singen. Danach wurde erklärt, was die Hermandad macht und wofür sie steht und dass dieses Jahr eine deutsche Freiwillige am Schulleben teilhaben wird. Diese deutsche Freiwillige sollte dann doch bitte mal nach vorne kommen und als hätte es noch nicht genügend Überraschungen gegeben, fand ich mich mit Microphon in der Hand wieder und stellte mich der ganzen Schule mit meinem bröckligen Spanisch vor. Der tobende Applaus nach meinem Redchen freute mich sehr! Nachdem die „offizielle Begrüßung“ vorbei war und mir einige Schüler*innen kleine Willkommensgeschenke gegeben hatten, ging es ins Lehrerzimmer, in dem dann auch meine zukünftige Gastfamilie auf mich wartete. Während eines leckeren Frühstücks wurden bestimmte Fragen zu meinen Aufgabenbereichen im Projekt geklärt. Im Anschluss konnten wir uns noch das Haus der Familie angucken, in das ich eine Woche später einziehen würde. Der ganze Vormittag hat mir ein bisschen gezeigt, was noch alles auf mich zukommen wird, mir bestimmte Ängste nehmen können und meine Vorfreude steigen lassen, ich bin sehr froh die Möglichkeit gehabt zu haben.

Ausflüge, neue Bekanntschaften und das Leben in der Villa de Mayo °1

Da Chavy Grundschullehrerin ist und daher mittags arbeitet und auch John nachmittags in der Schule ist, konnte ich die Zeit nutzen, um nach der Sprachschule die Stadt ein bisschen zu erkunden. Die Villa de Mayo, die Gegend in der Viktorias und meine Gastfamilie leben, besteht (so wie die meisten Bezirke hier) aus einer Plaza, die den Mittelpunkt darstellt und auf die die unterschiedlichen Straßen ausgerichtet sind. Vor allem abends tummeln sich dort viele Leute, um zu essen, aber auch um zu tanzen, sich lustige Fahrgeräte aus zu leihen oder einfach um zu entspannen. Von der Villa aus kommt man mit dem Micro ganz einfach in das Zentrum von Santa Cruz, so dass wir häufiger die halbe Stunde Fahrt auf uns nahmen, um uns dort verschiedene Dinge anzuschauen. Die „Plaza de 24 Septiembre“ stellt so ziemlich den Mittelpunkt der ganzen Stadt dar und ist der Vorplatz der Kathedrale. Auch hier gibt es verschiedene Stände mit Snacks und Getränken und gegen Abend füllt sich die Plaza immer mehr mit Musikern und Künstlern und bietet eine angenehme Atmosphäre.

Etwas größere Ausflüge gingen zum Beispiel, gemeinsam mit meiner Chefin Frida, ein paar anderen Leuten der Hermandad und meiner Mitfreiwilligen Jana nach El Torno (einer Stadt, ca 1h von SC entfernt), wo wir Freunde getroffen, den Fluss einmal durchquert und eine Menge Fisch gegessen haben.

Nachdem der erste Monat nun um ist, bin ich hin und her gerissen. Einerseits fühlen sich die letzten fünf Wochen an als hätte ich 3 Monate „erlebt“, andererseits ist es aber auch erst nur ein Monat von 13 und ich bin unglaublich gespannt, was noch alles kommt. An einige Sachen habe ich mich gewöhnen müssen, in andere verlieben dürfen. Dieses Wochenende bin ich meine neue Gastfamilie gezogen und am Montag geht endlich das Projekt los!

Voller Freude und Spannungen schaue ich in die Zukunft und halte euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden…

Muchos saludos, Lara!

Bolivien: 3. Rundbrief von Marie Hagenbourger

Bewegende Momente

Queridos,

Mittlerweile bin ich schon wieder seit einiger Zeit zurück in Deutschland, das ging schneller als erhofft. Zeit, um das Erlebte wieder Revue passieren zu lassen. Ich möchte Euch gerne auf eine Reise in meine letzten Monate nach Concepción mitnehmen. Bolivien: 3. Rundbrief von Marie Hagenbourger weiterlesen

Ruanda: 3. Rundbrief von Julius Dehne

Ruanda: 3. Rundbrief von Julius Dehne

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde, liebe Verwandte und Interessierte,

seit dem 2. Rundbrief ist sehr viel passiert, aber ich fange von vorne an…

Das neue Schuljahr hat begonnen und ich habe endlich wieder fast alle LehrerInnen und SchülerInnen getroffen, außer einem Lehrer, der eine neue Arbeitsstelle im Süden von Ruanda gefunden hat und somit nicht mehr am ETP unterrichtet. Jedoch gab es auch einige neue Lehrer. Einen Lehrer, der den Gegangen ersetzt, einen neuen Mathelehrer, einen neuen Englischlehrer und eine neue Lehrerin für Wirtschaftslehre.

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Uganda: 2. Rundbrief von Katja Hopf

Liebe Familie, Freunde, Bekannte und Interessierte,

die Zeit rast und mittlerweile bin ich schon seit einem halben Jahr in Uganda. Die vergangenen Monate waren unglaublich spannend für mich, da ich nicht nur viel Zeit in meinem neuen Zuhause verbrachte, sondern die langen Schulferien in Uganda auch zum Reisen nutzen konnte. Außerdem stand natürlich das erste Weihnachtsfest ohne meine Familie vor der Tür, wovon ich Euch auch gerne berichten möchte. Uganda: 2. Rundbrief von Katja Hopf weiterlesen

1. Rundbrief Burkina Faso – Jana Gratz

Liebe Familie, Freunde, Bekannte und Interessierte,

ich hoffe, dass es euch allen gut geht und ihr das kalte Herbstwetter gut übersteht.

2 ½ Monate sind nun schon vergangen, seit ich mich am 24.08.2019 in Frankfurt am Flughafen für 13 Monate von Deutschland und somit von allem, das ich bisher kannte, verabschiedet habe. Ouagadougou, Burkina Faso hieß das Ziel, an das mich das Flugzeug bringen sollte, um dort meinen Freiwilligendienst zu erleben.

Jetzt sitze ich hier in Banfora im Foyer Sainte Monique und versuche meine ersten Eindrücke und Erfahrungen in diesem Rundbrief festzuhalten und mit euch zu teilen.

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Bolivien: 1. Rundbrief von Sinja Scheuer

Liebe Familie, Freundinnen, Freunde und Unterstützende!

 Wow! Jetzt bin ich schon knapp über 3 Monate hier in Bolivien, wie schnell die Zeit vergeht. Mehr als 85 Tage lebe ich nun in diesem wunderschönen und sehr vielseitigen Land Bolivien. Ja und jetzt sitze ich hier in meinem Garten, mit meinem Laptop und rieche nur so förmlich den Duft der erblühenden Blumen. Dabei starre auf meinen Laptopbildschirm und frage mich wie ich den ganzen Input in meinem Kopf in einen Rundbrief packen soll?
Also, dann fange ich mal ganz von vorne an: Bolivien: 1. Rundbrief von Sinja Scheuer weiterlesen

Ukraine: 2. Rundbrief von Samira Christmann

Liebe Leser*innen,

Wahnsinn, wie schnell die Zeit schon wieder vergangen ist. Es ist schon wieder so viel passiert, als dass ich es mal wieder gar nicht in drei Monate packen könnte. Um Euch also nicht länger warten zu lassen, hier ein kleiner Vorgeschmack was so auf Euch zukommt: Die Malteser Nikolausaktion, der Ball, ein Wochenendtrip nach Kiev, Tanzen, Fieber, Internationaler Tag der Behinderung, 2 Weihnachten für mich: Weihnachten in Deutschland und die Weihnachtstage in Ivano, der gescheiterte Einreiseversuch nach Weißrussland, eine Abschiedsparty. Seid gespannt und nun viel Spaß beim Lesen ! 🙂 

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